Zwei Leistungsträger im Formtief

SV Darmstadt 98 hofft in Mainz auf den Auswärts-Sulu

Beim SV Darmstadt 98 geht es in Mainz wieder rund. Hier setzt Aytac Sulu gegen Borussia Dortmund-Spieler Adrian Ramos mal wieder seinen Kopf

Darmstadt – Rhein-Main-Derby: Morgen kickt der SV Darmstadt 98 gegen den FSV Mainz 05. Die Chancen stehen gut für die Lilien, zeigt Kapitän Aytac Sulu doch auswärts die größten Erfolge. Von Jens Dörr

18 ihrer 25 Zähler haben die Bundesliga-Fußballer des SV Darmstadt 98 in der bisherigen Erstliga-Saison in fremden Stadien geholt. In den vergangenen 20 Jahren schafften das bis zu diesem Zeitpunkt der Saison nur zwei Aufsteiger mehr. Und der 1. FC Kaiserslautern wurde 1997/98 sogar Deutscher Meister. Davon brauchen sie selbst bei Wunderknabe Darmstadt nicht zu träumen, aber die Ansetzung des Rhein-Main-Derbys am morgigen Sonntag (15.30 Uhr) gegen FSV Mainz 05 stimmt dennoch optimistisch: Die Partie findet in Mainz statt - und besonders der „Auswärts-Sulu“ scharrt mit den Hufen. Gemeint ist Kapitän Aytac Sulu. Der 30-jährige Lilien-Leader erzielte seit dem Aufstieg sechs Treffer bei 23 Einsätzen und ist die Nummer eins der Innenverteidiger im deutschen Oberhaus. Kurios: Der meist per Kopf erfolgreiche Kämpfer erzielte alle Tore in der Fremde. Wobei: Auch am heimischen Böllenfalltor traf Sulu bislang zweimal ins Netz – ins eigene.

Flügelflitzer Heller schwächelt etwas

Das ist in dieser Runde ebenfalls ein „Spitzenwert“. Am Donnerstag, bei der regenerativen Einheit nach dem 0:2 gegen Borussia Dortmund tags zuvor, war Sulu wie die meisten seiner Teamkollegen nicht mehr niedergeschlagen. „Für uns hat sich nichts geändert, der Abstiegskampf geht weiter“, konstatierte er. „Wir wissen, dass wir bis zum Schluss unten drin stehen werden. Das ist kein Problem für uns.“ Auch Trainer Dirk Schuster war trotz der siebten Pleite im zwölften Heimspiel zufrieden: „Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir nun in so einer guten Konstellation sind, hätten wir das alle sofort unterschrieben.“ Sofort unterschrieben hätte unterdessen gewiss auch Marcel Heller seine bislang sechs Saisontore bei 23 Einsätzen. Doch ausgerechnet vor dem Beginn des Zehn-Spiele-Schlussspurts schwächelt der einstige Flügelflitzer der Frankfurter Eintracht bei den Lilien. Alle Tore und Vorlagen gelangen in der Hinrunde.

Mainz wächst zum Champions-League-Aspirant

Wie Konstantin Rausch auf der anderen Seite im Mittelfeld ist Heller 2016 noch ohne Torbeteiligung und kann sich seltener als in der Hinrunde durchsetzen. Von einem grundsätzlichen Abwärtstrend bei Heller, Rausch und den Lilien zu sprechen, wäre verfrüht. Kein Spiel in diesem Jahr war schlecht, jedoch fallen einzelne Akteure ab – so am Mittwoch Mario Vrancic, der die für Darmstadt wichtigen Tugenden, Aggressivität und intensive Laufarbeit, bei Ballbesitz des Gegners vermissen ließ. Vorne ließ Vrancic die größte Lilien-Chance aus.

Am Sonntag in Mainz muss diese Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor, die am Mittwoch auch Torjäger Sandro Wagner abhanden ging, da sein. Von dicker Luft war am Böllenfalltor am Donnerstag trotz nur zwei Punkten Vorsprungs auf Relegationsplatz 16 keine Spur: „Es wird eine super Stimmung sein in Mainz, jeder freut sich auf das Spiel“, so Heller. Spätestens nach dem Sieg beim FC Bayern sind die Rheinhessen zum Champions-League-Aspirant geworden. Heller verspricht nicht nur für das Derby: „Wir werden in den letzten zehn Spielen alles auf den Platz werfen, um das große Ziel zu erreichen.“

Mehr zum Thema

Kommentare