Damit die Löwen auch morgen noch kraftvoll zubeißen können

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Jetzt bitte mal den Mund ganz weit aufmachen: Michael Huth ist der Zahnarzt der Löwen.

Frankfurt – Michael Huth ist der Mann, dem die Eishockeyspieler der Frankfurter Löwen vertrauen – vor allem, wenn es um ihre Zähne geht. Von Norman Körtge

Bei Zweikämpfen im Eishockey kann es immer wieder zu Gesichts-, Kiefer- und Zahnverletzugen kommen.

„Einer unserer Spieler hat einen Schlag ins Gesicht bekommen, Zahn ist locker – kannst du mal gucken?“ Mit diesem Anruf weckte vor zwei Jahren ein Bekannter Michael Huth aus dem Schlaf. Die Lions waren gerade auf dem Rückweg von einem Eishockeyspiel und hatten einen zahnmedizinischen Notfall. „Der lockere Zahn des Spielers entpuppte sich bei mir in der Praxis als gebrochener Oberkieferknochen“, erzählt Zahnarzt Huth, der in der Frankfurter Morgensternstraße seine Praxis hat. Die Frage nach einem Mundschutz beantwortete der ehemalige NHL-Profi sinngemäß: Ich bin ein Mann und das ist kein Kindersport.

Das war für den ehemaligen Zehnkämpfer Huth der Einstieg in den Eishockey-Sport – zumindest als Zuschauer und Helfer in der Not. Auch nach dem Zwangsabstieg hielt er den Eishockey-Cracks die Treue. In dieser Saison sitzt er bei jedem Heimspiel mit seinem Notfallkoffer bei der Mannschaft. Insbesondere bei ausgeschlagenen Zähnen oder Brüchen der zahntragenden Kieferknochen ist oft schnelles, fachlich korrektes Halden notwendig, um Langzeitschäden zu vermeiden, so der Zahnarzt. „Im Kiefer stark verschobene Zähne sind schnellstmöglich in die Ausgangsposition zurück zu bewegen und vorübergehend zu schienen“, berichtet Huth. Auch gehört der Umgang mit speziellem Nahtmaterial und Gewebekleber für einen möglichst narbenfreien Wundverschluss bei Weichteilwunden im Gesicht zu seinem Standardrepertoire. Zahn-implantate haben übrigens die wenigsten aktiven Spieler. Zu groß ist die Gefahr, dass es erneut zu einem Schaden kommt. „Gefährdete Leistungssportler lassen sich eher nach der Sportkarriere die Zähne wieder richtig in Stand setzen“, weiß Huth.

Fast die Hälfte der Löwen-Spieler musste bereits seine Praxis aufsuchen und auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen. Sympathisch sei dabei die Erkenntnis, dass auch die härtesten Sportler ohne Schlittschuhe unter den Füßen beim Zahnarztbesuch die gleichen, zuweilen ängstlichen Verhaltensweisen zeigen, wie jeder andere auch, sagt Huth mit einem Lächeln.

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