159 Tore in 26 Partien

SC Hassia Dieburg II sind die besten Torjäger Deutschlands

+
Carlos Rodriguez (links) hat bisher 39 der 159 Tore des SC Hassia Dieburg II erzielt. Der D-Ligist ist damit deutschlandweiter Spitzenreiter unter den Männern.

Dieburg – Tausende Vereine gehen in den Fußball-Ligen Deutschlands auf Torjagd. In dieser Saison trifft bundesweit kein Team so oft ins Schwarze, wie die zweite Mannschaft des SC Hassia Dieburg aus Kreisliga D: In 26 Partien bereits 159 Mal. Von Jens Dörr 

Die zweite Fußball-Mannschaft des SC Hassia Dieburg erzielte in der Saison 2014/15 bisher die meisten Treffer unter allen deutschen Männerteams. Das soll bis Ende der Runde so bleiben, auch wenn die Konkurrenz dicht auf den Fersen ist. „Bei uns ist keiner drauf bedacht, selbst zu glänzen“, sagt Christian Enders, der die Mannschaft in der zwölften und damit in Hessens unterster Liga zusammen mit Stefan Fäth trainiert. „Bei uns ist jeder mannschaftsdienlich, legt vor dem Tor auch mal quer, anstatt selbst zu schießen.“

Im Schnitt 6,12 Tore pro Spiel

Mit durchschlagendem Erfolg: 159 Treffer erzielte der Spitzenreiter der D-Klasse in bislang 26 Partien – im Schnitt also 6,12 Tore pro Spiel. Laut offizieller Statistik des DFB gibt es bundesweit derzeit überhaupt nur neun Mannschaften, die häufiger getroffen haben als die Dieburger. Darunter sind zwei Frauen-, drei B-Juniorinnen- und drei C-Juniorenteams sowie eine B-Junioren-Elf. Platz eins nimmt in der Statistik mit 216 Toren zwar das Männerteam des Frohnauer SC ein, die aber nur in der Freizeitliga antreten. Coach Enders begründete den Erfolg damit, dass im Team mehrere Spieler seien, die einige Klassen höher spielen könnten und das auch schon getan hätten. Vor einigen Jahren waren die derzeitigen „Rekord-Ballermänner“ noch A-Ligist und damit drei Klassen höher als aktuell.

Ziel: Rückkehr in die B-Liga

Nun will die zweite Mannschaft wieder zurück in die B-Liga. Der Aufstieg in die C-Liga ist fast schon sicher, Enders schätzt die nächsthöhere Klasse zudem kaum stärker ein als die jetzige. „Ich denke, wir könnten mit unserer momentanen Mannschaft schon den Klassenerhalt in der B-Liga schaffen.“ Einzelne Spieler fühlen sich auch deshalb in der momentanen Unterforderung wohl, weil die Pflichten überschaubar sind. Wie etwa Carlos Rodriguez, der schon 39 Treffer erzielt hat. „Spieler wie er, die Schicht arbeiten, können bei uns auch mal ein, zwei Wochen gar nicht trainieren und kommen sonntags trotzdem zum Einsatz“, so Enders. Zwischen zehn und 18 Akteure sind aber regelmäßige Trainingsgäste. Das ist für die unterste Spielklasse ein beachtlicher Wert. In dieser Spielzeit bleibt vor allem noch der Deutschland-Rekord spannendes Element. Zurzeit sitzt den Dieburgern besonders der C-Ligist Borussia Oedt (155 Tore) im Nacken.

Erst zwei Gegentore kassiert

Ein konkretes Toreziel haben wir extra nicht ausgegeben, um die Mannschaft nicht unter Druck zu setzen“, sagt Enders. Hinzu kommt, dass zwei Spiele der restlichen Saison ausfallen, weil die Vereine diese Mannschaften aus Personalmangel zurückgezogen haben. Hier gehen der Hassia wohl 15 bis 20 Tore flöten. Trainer Enders ist noch auf was anderes stolz: „Wir haben in diesem Jahr erst zwei Gegentore bekommen und die auch nur nach Standards.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare