Trendsport Tower Running

Dem Himmel so nah

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Christian Riedl beim Zieleinlauf des Frankfurter Skyruns im vergangenen Jahr.

Frankfurt – Christian Riedl jagt durch die längsten Treppenhäuser der Welt, denn er betreibt Tower Running. Im vergangenen Jahr gewann er den Frankfurter Skyrun-Sprint. Dies will er auch am 26. Mai wieder schaffen, wenn er die 61 Etagen des Frankfurter Messeturms erstürmt. Von Fabienne Seibel

Mit dem EXTRA TIPP spricht Riedl über hartes Training, Kampfgeist und den Reiz der neuen Trendsportart. 

Im vergangenen Jahr haben Sie den Sprint des Frankfurter Skyruns gewonnen. Was tun Sie, damit Ihnen auch in diesem Jahr der Sieg gelingt?

Ich trainiere das ganze Jahr über hart und regelmäßig. Neben dem Tower Running betreibe ich noch Triathlon und habe mich für den Iron Man auf Hawai qualifiziert. Eine gute Trainingsgrundlage ist für das Tower Running durchaus förderlich.

Beschreiben Sie eine typische Trainingswoche.

Morgens gehe ich vor der Arbeit meist im Treppenhaus trainieren. Nach der Arbeit fahre ich im Sommer abends ungefähr zwei Stunden Fahrrad. Ich gehe aber auch regelmäßig schwimmen und laufen. Man muss beim Training immer variieren, aber auch Erholung spielt eine wichtige Rolle.

Wie sind Sie zum Tower Running gekommen?

Ich mache schon seit vielen Jahren Triathlon und habe vor ein paar Jahren aus Spaß einmal beim Mount Everest Treppelauf bei Dresden mitgemacht. (Anmerkung der Redaktion: Das Rennen geht 24 Stunden über 79.400 Stufen) So kam ich letztlich zum Tower Running und bin dabei geblieben.

Wo halten Sie ihre Treppenhaus-Trainingseinheiten ab?

Ich suche mir hier in Erlangen oft Wohnhäuser, die über viele Stockwerke verfügen und laufe dort durchs Treppenhaus. Außerdem habe ich früher oft im Stuttgarter Fernsehturm trainiert und bin auch manchmal in Frankfurts Hochhäusern unterwegs.

Fällt es Ihnen schwer, bei so viel Sport auch mal einen Tag lang gar nichts zu machen und nur zu entspannen?

Nein, überhaupt nicht. Die Regeneration ist sehr wichtig, da während dieser Phase der Trainingseffekt realisiert wird. Wenn ich mal einen Tag Pause hatte, fällt es mir manchmal schwer, mich aufzuraffen. Doch beim Training selbst ist die Motivation wieder da.

Worin liegt für Sie der Reiz beim Tower Running? Was ist das Besondere daran?

Bei solchen Wettbewerben kann man seinen Körper sehr intensiv spüren. Die sportliche Qualität ist sehr hoch und man powert sich richtig aus. Wenn man an unterschiedlichen Wettbewerben teilnimmt, kommt man viel rum. Die tolle Aussicht, wenn man oben am Ziel angekommen ist, entlohnt für die große Anstrengung. Außerdem kann bei dem Sport jede Sekunde entscheidend sein und man muss sich durchkämpfen.

Kann jeder diese ungewöhnliche Sportart betreiben?

Ich empfinde diesen Sport nicht als ungewöhnlich. Treppen gibt es überall und wieso sollte man sie nicht als Sportgerät benutzen, um etwas für seine Gesundheit zu tun. Generell braucht man für das Tower Running gesunde körperliche Voraussetzungen. Außerdem bedarf es einer gewissen Erfahrung, wie man seinen Körper ans Limit bringt. Die Kunst ist es dann, an dieser Grenze weiter zu machen. Beim Tower Running sind also eine gute Trainingsgrundlage sowie eine starke mentale Einstellung gleichermaßen wichtig.

Haben Sie schon mal aufgegeben?

Nein. Eine Treppe kommt man immer hoch. Zur Not im langsamen Tempo. In einer Wettkampfsituation bin ich so motiviert und unter Adrenalin, dass ich mich immer gut pushen kann.

Was sind Ihre sportlichen Ziele für die Zukunft?

Ich habe mittlerweile schon fünf Mal beim Empire State Building Run-Up in New York mitgemacht. In vergangenen Jahr bin ich Zweiter geworden. Es wäre toll, diesen Lauf mal zu gewinnen. Außerdem wäre es schön, wenn es eines Tages mal einen Lauf in Dubai ím Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, geben würde.

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Wie schätzen Sie die Zukunft des Tower Runnings ein?

In den vergangenen Jahren ist viel passiert und es gab eine rasante Entwicklung des Sports. Trotzdem gibt es noch viel zu tun und es müssten weltweit noch mehr Läufe angeboten werden, um die Sportart populärer zu machen.

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