Die Mädels und Jungs vom Riederwald trainieren für die WM

Cheerleader von Eintracht Frankfurt wollen hoch hinaus

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Hier muss Mann ran: Hebungen mit einer Hand sind bei den Eintracht Cheerleadern Standard.

Frankfurt - Cheerleading ist weit mehr, als Pompons zu schwingen. Das beweisen die Teams von Eintracht Frankfurt. Die Gruppe „Level 6“ holte sich den Deutschen Meistertitel und fliegt im April zur WM nach Orlando in Florida. Von Katrin Greschner

„One, two, three, four, five, six, seven, eight“, tönt es durch die Wolfgang-Steubing-Halle im Leistungszentrum der Eintracht. 45 Frauen und Männer üben Flick-Flacks und Saltos aus dem Stand. Zehn Minuten später teilt Anika Taut sie in Gruppen ein. Sie trainiert gemeinsam mit ihrem Mann Florian die Seniors, die Cheerleader der Eintracht ab 16 Jahren. Die erste Übung: Der Elevator (Der Aufzug). Ein Mädchen springt auf die Hände zweier Teamkollegen. Sie drücken sie nach oben. Erst auf Schulterhöhe, dann hoch über ihre Köpfe. Ihr ganzer Körper ist angespannt. Sie wackelt nicht. Der Blick ist nach oben gerichtet, die Hände liegen auf den Oberschenkeln. „Du darfst niemals nach unten sehen“, ruft ihr ihre Trainerin zu. Sie lacht, wirkt selbstbewusst. „Die Ausstrahlung ist sehr wichtig“, sagt Anika Taut.

Bei den Mädchen und Jungen sind Hebungen wie diese Routine: Sind die sogenannten Flyer oben, beginnt der Stunt erst so richtig. Entweder zeigen sie oben Figuren, wie die Biellmann-Figur, oder sie winkeln ein Bein an. Um wieder nach unten zu gelangen, drehen sie sich in einer Schraube nach unten und lassen sich auffangen. Oft wird die gleiche Figur in mehreren Gruppen gleichzeitig gezeigt. Besonders wichtig: „Synchronität ist das A und O. Darauf achte ich genau“, sagt Anika Taut.

Impressionen vom spektakulärem Training

Die Cheerleader stehen aber nicht am Spielfeldrand bei den Bundesligaspielen der Eintracht. „Natürlich fiebern wir mit den Fußballern mit“, sagt Anika Taut. „Doch unsere sieben Gruppen tanzen nur auf Turnieren.“ Und damit sind sie weit gekommen: Bei den „Elite Cheerleading Championships“ in Bottrop holte das Team „Level 6“ Anfang Juni den Deutschen Meistertitel. Und traf auf harte Konkurrenz aus dem Rhein-Main-Gebiet: Monster Cheer aus Frankfurt, die Shadow Cheer All Stars aus Offenbach und die Patriots aus Heusenstamm. „Das sind sehr starke Gegner“, sagt Anika Taut.

Fotos: So hart trainieren die Eintracht-Cheerleader

Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald
Impressionen vom Training der Eintracht-Cheerleaders am Riederwald © Oliver Haas

Durch den ersten Platz bei der Deutschen Meisterschaft qualifizierte sich die Eintracht für die Weltmeisterschaft in Orlando in Florida im April. Dafür beginnen jetzt schon die Vorbereitungen. Dreimal pro Woche treffen sich die Seniors jeweils für zwei Stunden in der Halle – und das selbst bei über 30 Grad. „Im Sommer wird die Leistung aufgebaut und neue Figuren gelernt“, sagt Taut. Danach entscheidet sich, wer im kommenden Jahr mit zur WM fahren darf.

Auch ein paar Neulinge sind seit einigen Wochen im Team dabei. Manche haben vorher schon geturnt. So wie der neunjährige Daslie, der seit kurzem Teil des Junior-Teams ist. Zum Cheerleading ist er durch seine Schwester gekommen, die für die Seniors tanzt. Auch im Training der Großen turnt er mit. „Vorerfahrung ist zwar ein Vorteil, aber nicht zwingend nötig. Jeder der motiviert ist und regelmäßig kommt, kann das Cheerleading lernen“, sagt Anika Taut.

Viele falsche Vorurteile über den Sport

Die Sportlerinnen haben oft mit Vorurteilen zu kämpfen: Cheerleader seien nur sexy bekleidet und würden nur mit den Pompons wedeln. „Beim Cheer, dem Anfeuerungsruf, tanzen wir zwar auch mit Pompons, aber dabei werden im Hintergrund Stunts und Pyramiden gezeigt“, sagt Taut. „Bei uns steht der sportliche Aspekt im Vordergrund.“ 

Die WM ist erst im April. Schon jetzt sind die Mädchen und Jungs aufgeregt. „Natürlich wollen alle nach Florida. Ich versuche, so viele wie möglich mitzunehmen“, sagt Taut. „Mein Mann und ich sind bisher jedes Jahr mit dem Deutschen Nationalteam zur WM geflogen.“ Beim Cheerleading haben sich die beiden kennengelernt: Sie waren in einem Team in Dresden, bis sie zur Eintracht wechselten.

Florian Taut beweist: Cheerleading ist nicht nur was für Mädels. Es werden auch Männer gebraucht, die ihre weiblichen Partner dynamisch stemmen, werfen und fangen können.

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