Nur Chaoten können die Eintracht stoppen

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Gegen Kaiserslautern stürmte Erwin Hoffer.

Frankfurt – Als klarer Favorit fährt die Eintracht am Sonntag zum Schlusslicht nach Ingolstadt. Mit dem eingeplanten Sieg sollte die Truppe von Armin Veh einen weiteren Schritt in Richtung Aufstieg machen. Auch wenn der sportliche Liga-Höhenflug von Chaoten aus dem Fan-Lager überschattet wird. Von Axel Grysczyk

Vor dem 13. Spieltag könnten die Unterschiede zwischen Ingolstadt und der Eintracht kaum größer sein: Ingolstadt hat die schlechteste Abwehr, die Eintracht den besten Sturm. Ingolstadt hat die letzten vier Spiele in der Zweiten Liga alle verloren, die Eintracht alle gewonnen. Da hilft auch eine noch so ausgefeilte Rhetorikkunst nicht: Die Spieler mit dem Adler auf der Brust sind am Sonntag der haushohe Favorit. Auch wenn die Truppe von Armin Veh am vergangenen Mittwoch einen Dämpfer wegstecken und ihre erste Pflichtspielniederlage in dieser Saison mit dem 0:1 in der Pokalpartie gegen den 1. FC Kaiserslautern hinnehmen musste.

Denn wirklich ärgerlich war nur das Ergebnis, das Spiel hat vielmehr gezeigt, dass die Frankfurter schon Erstliganiveau haben und mit der deutschen Eliteliga mithalten können. Einzig und allein wer neben Idrissou als zweiter Stürmer aufläuft, ist noch sportlich spannend. Torjäger Theofanis Gekas kehrt zur Partie beim FC Ingolstadt in den Kader zurück. Der griechische Stürmer hat seine Oberschenkelverletzung auskuriert. „Er wird auf jeden Fall spielen“, sagte Armin Veh. Der Trainer ließ aber offen, ob Gekas oder Erwin Hoffer von Anfang an beim noch ungeschlagenen Fußball-Zweitligisten auflaufen. Und damit ist die Ausgangssituation für das Auswärtsspiel am Sonntag um 13.30 Uhr in Ingolstadt schon umrissen.

Flaschen, Böller und Steine geworfen

Die eigentlichen Schlagzeilen sind in dieser Woche weniger sportlich. Die Eintracht hat in dieser Woche mal wieder eine Geldstrafe, diesmal in Höhe von 20.000 Euro vom DFB kassiert. Bestraft wurde das chaotische Verhalten der Anhänger während des Heimspiels gegen Hansa Rostock und dass Frankfurter während des Zweitliga-Auswärtsspiels bei Dynamo Dresden am 26. September ein Banner mit der Aufschrift „Bomben auf Dresden“ hoch gehalten haben. Das Strafmaß nach den Vorkommnissen beim Spiel am Mittwoch gegen Kaiserslautern dürfte höher ausfallen.

Traurige Bilanz des vergangenen Mittwoch: Acht verletzte Polizisten, neun festgenommene Rowdys, ein Beamter mit Halswirbelverletzungen im Krankenhaus. Bereits auf dem Weg zum Stadion warfen Randalierer aus dem Eintracht-Lager Flaschen, Böller und Steine. Nach dem Spiel geriet ein Fan im Gedränge am Bahnhof zwischen den Bahnsteig und einen einfahrenden Zug. Er wurde mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Erst vor kurzem hatte Eintracht-Pressesprecher Carsten Knoop vor Journalisten auf Nachfragen betont, dass man gegen diese Art von Fans nichts machen könne. Es handele sich um eine Gruppe von rund 30 Fans, die für den groben Unfug verantwortlich seien. Mit diesen Leuten könne man nicht reden. Das Bindeglied zu diesen Fans sei das Vorstandsmitglied Klaus Lötzbeier. Dieser versuche auf diese Gruppe der Eintracht-Anhänger einzuwirken, mehr sei nicht möglich. Die Eintracht kann noch so toll spielen und beweisen, dass sie bereits jetzt auf Erstliganiveau agiert, wenn die Ultras nicht zur Vernunft kommen, hat die Eintracht charakterlich die erste Liga verfehlt.

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