Die Eintracht reist heute nach Hoffenheim: Joselu und Tobias Weis im Blickfeld sowie die Frage nach einem neuen Coach

Ein brisantes Spiel auf und neben dem Platz

Noch ist der Klassen- erhalt nicht endgültig gesichert, da sprechen alle nur noch über die neue Saison: Was wird aus Joselu und geht vielleicht Pirmin Schwegler?. Von Axel Grysczyk

Frankfurt – Der Eintracht fehlt noch mindestens ein Punkt, um der Abstiegskrake die letzten kleinen Fädchen abzutrennen und sie somit komplett unschädlich zu machen. Und Hoffenheims Trainer Markus Gisdol hatte angekündigt, bereit zu stehen, wenn die Clubs weiter oben in der Tabelle unerwartet noch Punkte lassen. Das ist die Ausgangslage für das Bundesligaspiel der Eintracht heute bei der TSG Hoffenheim (ab 15.30 Uhr). Für Noch-Trainer Armin Veh ist klar: „Das ist ein wichtiges Spiel für uns.“ Torwart Kevin Trapp sagt: „Wir haben es selbst in der Hand, wir haben eine super Ausgangsposition, wir wollen alles klar machen.“

Doch in dem Spiel steckt mehr Brisanz. Denn die Eintracht hat zwei Spieler im Kader, die von der TSG Hoffenheim nur ausgeliehen sind: Musterschüler Joselu und Sitzenbleiber Tobias Weis. Joselu will die Eintracht unbedingt halten. Endlich hat ein Stürmer sich bei der SGE positiv entwickelt. In jüngster Vergangenheit hatten die Verantwortlichen mit ihren Verpflichtungen auf dieser Position Pech. Vaclav Kadlec stagniert in seiner Leistung und die zuvor an den Main geholten Erwin Hoffer, Karim Matmour und Olivier Occean sind wegen Erfolglosigkeit schon wieder an andere Klubs abgeschoben. Doch so einfach bekommt die Eintracht Joselu nicht.

Schließlich hat die TSG bei der Verpflichtung des Spaniers sechs Millionen Euro an Real Madrid überwiesen.

Jetzt könnte Sitzenbleiber Tobias Weis ins Spiel kommen. In dieser Woche sickerte durch: Die Kraichgauer schlagen vor, dass die Eintracht Weis komplett übernimmt. Dann könne man über Joselu verhandeln – zu einem deutlich reduzierten Preis.

Damit nicht genug: Denn die Hoffenheimer haben auch ein Auge auf den Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler geworfen – würden ihn gerne verpflichten. Noch ist nichts entschieden. Ein Weggang des Schweizers wäre aber dramatisch. Zum einen würden die Adler ihren zweiten Stamm-Sechser verlieren (nachdem Sebastian Rode bei den Bayern unterschrieben hat). Zum anderen würde das Herzstück des Eintracht-Teams fehlen. Schwegler ist einer, der nicht nur fußballerisch überzeugt. Vielmehr ist er ein Typ, der die Ärmel hochkrempelt, der sich trotz schlimmer Verletzungen fitspritzen lässt und sich in den Dienst der Mannschaft stellt. So jemanden zu ersetzen würde schwer fallen.

Einen Rohdiamanten hat die Eintracht am Freitag bereits an sich gebunden. Der 17-jährige Luca Waldschmidt hat einen Profivertrag unterschrieben und soll langsam an die Profimannschaft herangeführt werden.

Dagegen wartet alle Eintracht-Fans derweil auf eine ganz andere Verpflichtung. Wann wird die Verpflichtung des neuen Trainer bekannt gegeben? An dieser Frage hängt auch die Zusammenstellung des Kaders für die neue Saison. Nachdem sich Wunschkandidat Roger Schmidt, Noch-Trainer des österreichischen Meisters Red Bull Salzburg, für Leverkusen entschieden hat, käme Thorsten Fink ins Spiel. Sportdirektor Bruno Hübner soll bereits mit Fink geredet haben. Außenseiter-Chancen werden auch Bruno Labbadia eingeräumt. Eins steht fest: Für jeden Trainer fällt eine Entscheidung für die Eintracht leichter, wenn der Klassenerhalt definitiv ist. Und das könnte mit einem Sieg in Hoffenheim am heutigen Samstagnachmittag perfekt gemacht werden.

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