Wie geht's mit der WSB-Mannschaft weiter?

Boxsportverband sucht neuen Nachfolger

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Der Weltverband AIBIA will Ulrich Bittner (rechts), hier mit Box-Trainer René Weller, die WSB-Lizenz entziehen.

Region Rhein-Main – Verwirrung und Uneinigkeit im Fall Ulrich Bittner. Wie wird es mit dem deutschen Team der World Series of Boxing (WSB) weitergehen? Und wohin steuert der Boxring Hanau? Von Dirk Beutel 

Zur Erinnerung: Der deutsche WSB-Chef Ulrich Bittner hat beim Viertelfinal-Hinkampf der deutschen Staffel gegen Kasachstan Ende März einen Eklat inszeniert. Bittner sperrte die Zuschauer aus und griff den Weltboxverband AIBA in einer Rede über das Internet an. Bittner wollte mit seiner Aktion gegen die Führung der World Series of Boxing und des Weltverbandes AIBA protestieren. „Das Maß ist nun voll“, sagte er. Auslöser war die Weigerung des WSB, dem Wunsch Bittners zu entsprechen und den Halbfinal-Heimkampf auf Mallorca auszutragen. Angeblich ist daraufhin ein deutscher Fernsehsender von der geplanten Live-Übertragung zurückgetreten. So sei Bittner viel Geld verloren gegangen. Trotz dieser Aktion durfte er als deutscher WSB-Chef weitermachen.

Keine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit

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Doch seither ist es anscheinend ruhig um den Bauunternehmer aus Hanau geworden. Unklar sei, wie der Boxring Hanau für die nächste Saison plane, dazu die nebulöse Situation um sein Amt als Chef des deutschen WSB-Teams. „Ich habe ihm mehrfach Gespräche angeboten, der Ball liegt jetzt im Feld von Herrn Bittner“, sagtJürgen Kyas. Der Präsident des Deutschen Boxsport Verbandes  (DBV) kritisiert Unzulänglichkeiten in der Zusammenarbeit und sehe keine Basis für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Das sehe man bei der AIBA ebenso und wolle dem Funktionär die Lizenz entziehen. Auf der einen Seite stelle der DBV die Athleten für die WSB-Kämpfe zu Verfügung, auf der anderen kam der Vertrag zwischen Bittner und der AIBA ohne Kenntnis eines DBV-Mitglieds zustande. „Noch heute warten wir darauf, informiert zu werden“, sagt Kyas. Auf EXTRA TIPP-Nachfrage bestätigte der DBV-Präsident, dass man derzeit auf der Suche nach einem Nachfolger sei. Kyas: „Wir wurden von der AIBA dazu aufgefordert, uns umzusehen.“ Wer für dieses Amt infrage käme und ob schon jemand in der engeren Auswahl stehe, darüber wollte sich Kyas nicht äußern.

Bittner hatte noch zu Beginn der Saison 2013 die Lizenz für das Team Germany in der WSB für 300.000 Euro pro Jahr erworben hatte. Mit der AIBA hat er einen Vertrag über sieben Jahre abgeschlossen. Bis Redaktionsschluss war Ulrich Bittner für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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