Botho Wagner gibt abseits der Strecke immer noch Gas

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Botho Wagner rast 1971 zur Vize-Europameisterschaft im Kartsport.

Offenbach – Der Motorsport in Deutschland boomt. Sowohl der siebenfache Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher als auch Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel begannen ihre Rennfahrerkarriere im Kartsport. Die weltweit führende Messe findet seit Jahren in Offenbach statt.  Von Norman Körtge

Motorsport gehört seit vielen Jahrzehnten zum Leben von Botho Wagner. Als junger Mann fuhr der heute 76-jährige Obertshausener zunächst Motorradrennen. Doch seine Leidenschaft sollte bald bereits einem anderem rasanten Gefährt gehören.

Da gibt es etwas Neues aus den USA, Go-Kart genannt“, hatte ihm ein Bekannter berichtet und damit Wagners Neugier nach den kleinen, spartanisch wirkenden, aber mit viel PS ausgestatteten Flitzern geweckt. So kam es, dass er beim ersten offiziell genehmigten Kartrennen in Deutschland, 1960 in einer US-Kaserne in Wiesbaden, als Schrauber dabei war. Ein Jahr später saß er dann bereits selbst hinter dem Steuer.

Botho Wagner kennt alle Formel-1-Fahrer persönlich

Botho Wagner

Der Kampf Mann gegen Mann, Rad an Rad auf engster Distanz bei hoher Geschwindigkeit – das hat mich so fasziniert“, berichtet Wagner. Aber vor allem fährt der Obertshausener schnell. 1971 schließlich sein größter Erfolg: Wagner wird Vize-Europameister. Ein Jahr später hört er nach einem tödlichen Rennunfall eines Teamkollegen mit dem aktiven Kartsport auf. Doch dem Sport bleibt Wagner erhalten. Zum einen als Journalist, aber vor allem als Streckensprecher. Bei 15 bis 20 Rennen pro Saison ist er mit von der Partie und ist damit die Stimme des Kartsports. „Ich kenne fast jeden aktuellen Formel-Eins-Fahrer persönlich. Sie alle sind im Kartsport groß geworden“, berichtet der 76-Jährige. „Wegen seinem vielen Wissen über die Fahrer bezeichnen ihn viele auch als das wandelnde Kart-Lexikon“, erzählt seine Frau Alice, die die Leidenschaft zum Motorsport teilt.

Und diese Kombination macht dann auch den Erfolg der Kart-Messe aus, die 1993 in der Mühlheimer Willy-Brandt-Halle ihren Anfang nahm. Mittlerweile ist die größte Kart-Messe weltweit in die Offenbacher Messehallen umgezogen. „Wer sich über den aktuellen Stand der Technik informieren oder einfach mal in den Sport hineinschnuppern will, kommt an uns nicht vorbei“, meint Wagner, der auch mit seinen 76 Jahren scheinbar auf der Überholspur lebt, aber nach eigenen Aussagen nie abgehoben ist.

Mit mehr als 10.000 Besuchern rechnet Wagner am Wochenende 21. und 22. Januar, wenn die sieben Messehallen öffnen. An den beiden Tagen präsentieren 500 Hersteller aus 30 Ländern ihre Produkte. Bestaunt werden können vor allem die Neuentwicklungen der Fahrgestelle. „Wegen einer Selbstreglementierung um die Kosten zu reduzieren, gibt es nur alle vier Jahre wirklich neue Chassis. 2012 ist es wieder soweit“, freut sich Wagner. Mehr Informationen zur 20. IKA-Kart2000 gibt‘s im Internet unter www.kartmesse.de

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