Mit Boris Becker im Steakhouse Grand-Slam-Triumph gefeiert

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Julian Lenz hat sich bei den US Open seinen ersten Grand-Slam-Titel erspielt.

Bad Homburg – Andrea Petkovic erreichte das Viertelfinale, Angelique Kerber schaffte es gar ins Halbfinale. Das Meisterstück bei den US Open in New York gelang jedoch Tennis-Talent Julian Lenz. An der Seite seines Partners Robin Kern gewann der Homburger die Doppelkonkurrenz bei den Junioren.

Als Weltranglistenerster Novak Djokovic den Matchball zum US-Open-Sieg verwandelte, machte es sich Julian Lenz gerade in der Wartehalle des New-Yorker Flughafens gemütlich. Einen Tag später als geplant, bestieg das große Homburger Tennis-Talent den Flieger gen Heimat. Aus gutem Grund: In der Nacht zuvor feierte der 18-Jährige den bisher größten Erfolg seiner Karriere. An der Seite seines Partners Robin Kern holte er überraschend den Doppel-Titel bei den Junioren.

Julian Lenz (rechts) mit seinem Doppelpartner links Robin Kern.

Wobei: Ganz so überraschend kam der Triumph auf der Anlage von Flushing Meadows für Lenz nicht. Spätestens nach dem Viertelfinal-Sieg gegen das favorisierte Duo Broady und Golding war dem Teenager klar, dass „wir es packen können.“ Dem Zwei-Satz-Erfolg gegen die Engländer folgte im Halbfinale eine starke Vorstellung gegen die an Nummer eins gesetzten Wimbledon-Sieger Horansky und Vesely. „Wir haben gut serviert und auch am Netz entschlossen gespielt“, sagt Lenz.

Aufschlag und Volleys – auf diese Stärken konnte sich das deutsche Doppel auch im Endspiel verlassen. Gegen die englisch-australische Paarung Morgan/Thiem gewannen Lenz/Kern mit Glück und Geschick den ersten Satz. „Als wir auch im zweiten Durchgang ein Break vorne lagen, wusste ich, dass es jetzt an mir hängt“, erinnert sich Lenz. Er brachte sein Aufschlagsspiel durch, wenig später war der Triumph perfekt.

Sprung auf die Profi-Tour?

Was folgte war ein Presse-Marathon mit zahlreichen Interviews und eine Einladung des Deutschen Tennis-Bundes in ein nobles Steakhouse in der New Yorker Innenstadt. Gedacht als kleine Prämie, denn Preisgelder werden im Junioren-Bereich nicht ausgezahlt.

Auch so hat sich das Abendessen für den Hessenliga-Spieler des TC Bad Homburg gelohnt. Am Nachbartisch saß immerhin kein geringerer als sein Idol Boris Becker. „Groß ins Gespräch sind wir zwar nicht gekommen, aber es war ein Erlebnis“, sagt Lenz.

Den Doppel-Titel von New York richtig einzustufen, fällt dem Blondschopf schwer. „Ein Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier ist natürlich etwas ganz Besonderes, aber zwischen Einzel und Doppel besteht schon ein großer Unterschied.“ Im Einzel mangelt es dem Schüler der 13. Klasse noch an der Konstanz. Kein Wunder: Während die Konkurrenz täglich trainiert, reicht es bei Lenz neben dem Lernstress bisweilen nur für drei Einheiten in der Woche.

Die US-Open waren sein letztes Turnier auf Junioren-Ebene. Ob er nach dem Abi im nächsten Jahr direkt den Sprung auf die Profi-Tour wagt, ist fraglich. „Vielleicht gehe ich erstmal zwei, drei Jahre auf ein US-College, um mich abzuhärten,“ sagt die Nummer eins der deutschen U18-Juniorenrangliste. In den Sommermonaten könnte er dann weiterhin für den TC Bad Homburg in der Hessenliga auflaufen. zin

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