Von den Ambitionen ist nicht mehr viel da

FC Eschborn: Vom Aufstiegsaspirant zum Mittelmaß

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Einer der Aktivposten: Eschborns Christopher Nguyen (vorne).

Eschborn – Neue Mannschaft, neuer Trainer, neuer Vorstand: Fußball-Hessenligist 1. FC Eschborn blickt auf ein Jahr der Veränderung zurück. Dass der Findungsprozess länger andauern könnte, war klar. Dennoch macht sich langsam Frust breit.

So schnell kann es im Fußball gehen. Anfang November rangierte der FCE auf Platz fünf und zählte zum dicht gedrängten Verfolgerfeld hinter dem souveränen Spitzenreiter Steinbach. Sechs Wochen, fünf Spiele und nur drei Punkte später, stellt sich die Situation ganz anders dar. Eschborn steckt im Mittelfeld fest und muss als Tabellenneunter so langsam den Blick nach unten richten. Neun Punkte sind es bis zum Aufstiegsrelegationsplatz, nur noch fünf Zähler auf die Abstiegsränge. „Wir haben einen Tiefpunkt erreicht“, stellte Stephan Adam nach der bitteren 1:2-Pleite gegen Lohfelden fest.

Sichtlich angefressen war der FCE-Trainer nach der vierten Heimniederlage in Serie. Statt dem von ihn gepriesenen „Charakterfußball“ zeigte seine Mannschaft wenig Engagement und ließ den absoluten Siegeswillen trotz spielerischer Überlegenheit vermissen. „Es war einfach kein Aufbäumen zu erkennen, die Jungs haben sich aufgegeben“, sagte Adam, der sich in den vergangenen Wochen immer vor die Mannschaft gestellt und an die Einstellung appelliert hatte. In der bis Ende Februar andauernden Winterpause werden sich der Trainer und der sportliche Leiter Marcus Klandt zusammensetzen und die Situation analysieren. In welche Richtung diese Gespräche laufen, ist offen. Fest steht: Es wird Veränderungen geben. „Wir müssen Entscheidungen treffen und den besten Weg für das neue Jahr finden“, sagt Adam.

Ein großes Manko neben der Chancenverwertung sind die Nachlässigkeiten in der Defensive. So kassierten die Eschborner bereits 31 Gegentreffer und damit deutlich mehr als die Top-Sechs der Liga. Im Angriff steht und fällt alles mit Rudi Hübner. Der zweitligaerfahrene Offensivspieler hat bereits 14 Treffer auf dem Konto und belegt damit den dritten Platz in der Torschützenliste. Dahinter klafft eine größere Lücke. Ob und auf welchen Positionen sich der Klub verstärkt, hängt auch von der angespannten Personalsituation ab. Zuletzt fiel Tim Fliess mit einem Außenbandriss im Knöchel aus. Auch der erfahrene Rouven Leopold zählte zum Kreis der angeschlagenen Spieler. Der Sportliche Leiter ist dennoch von der Mannschaft überzeugt. „Wir haben Potenzial, um wieder erfolgreichen Fußball zu spielen und uns in der Tabelle zu verbessern“, sagt Klandt.

zin

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