Antonia Hanke über Muskeln und Meisterschaften

Hessenmeisterin der Bikini-Athletinnen kommt aus Eschborn

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Auf das ästhetische Gesamtpaket und die Ausstrahlung kommt es bei den Bikini-Athletinnen an: Antonia Hanke aus Eschborn will als deutsche Vize-Meisterin bei den Weltmeisterschaften der Junioren und Damen antreten.

Eschborn – Antonia Hanke beginnt dieses Jahr erst ihre dritte Saison als Bikini-Athletin. Doch schon jetzt ist klar: Die Hessenmeisterin und deutsche Vizemeisterin ist in ihrer Klasse mehr als nur ein Talent. Von Dirk Beutel 

Sie misst zwar nur 1,62 Meter. Aber Antonia Hanke ist auf dem besten Weg, eine Große im Bodybuilding zu werden. Die 22-jährige Eschbornerin tritt in der Bikini-Klasse an, der kleinsten Klasse der Frauen. Dort wurde sie vergangenes Jahr, in ihrer erst zweiten Saison überhaupt, auf Anhieb Hessenmeisterin und deutsche Vize-Meisterin.

Kaum vorstellbar, dass die Athletin noch vor ein paar Jahren an Magersucht gelitten und nur 38 Kilo auf die Waage gebracht hat. „Ich wusste, dass da etwas schiefläuft und wollte unbedingt da raus“, sagt Hanke, die schon zu dieser Zeit im Fitnessstudio trainierte. „Irgendwann habe ich Bilder von Bodybuilder-Frauen auf Wettkämpfen gesehen. Da keimte in mir der Wunsch auf: Auf so eine Bühne will ich auch.“ Und dieser Wunsch wurde so stark, dass er am Ende die Magersucht besiegte. Mit 19 Jahren findet die Eschbornerin Peter Freimuth als Trainer. Er erkennt ihr Potenzial und nimmt sie unter seine Fittiche. Die 22-Jährige ist ehrgeizig, trainiert seither sechsmal die Woche. In der Wettkampf-Vorbereitung setzt die deutsche Vize-Meisterin vor allem aufs Krafttraining. „Da muss ich viel investieren, aber es macht Spaß. Obwohl es als Frau gar nicht so leicht ist, Muskeln aufzubauen. Cardio-Training hingegen versuche ich moderat zu halten.“ Bei der Ernährung versucht Hanke auf so wenig wie möglich zu verzichten – auch wenn sie täglich nur 1500 Kalorien zu sich nimmt. „Wie man dieses Ziel erreicht, ist letztlich egal“, sagt sie. Deshalb stehen trotzdem Kohlenhydrate auf ihrem Ernährungsplan, neben Pute, Reis und Bohnen. Denn die Eiweißzufuhr sei extrem wichtig.

Dass es in ihrem Sport vor allem auf das Äußere ankommt und man von Richtern immer subjektiv bewertet wird, gehört für Hanke dazu: „Welche Arbeit hinter dem Körperaufbau steckt, ist den Richtern egal. Damit muss man leben. Wer diesen Sport betreibt, weiß das und lässt sich darauf ein.“ Und das tun offenbar immer mehr. Denn die Bikini-Klasse ist in den vergangenen Jahren immer populärer geworden. „Möglicherweise liegt es auch an den sozialen Medien. Die Mitglieder der Fitness-Szene können sich mehr nach außen darstellen“, sagt Hanke, die zurzeit Wirtschaftswissenschaften und Soziologie studiert und sich auf ihre Bachelorarbeit vorbereitet. „Es ist zwar schön, dass dadurch der Sport mehr Zuspruch erhält. Aber um eine Athletin zu sein, muss man mehr tun, als ein paar Mal die Hanteln zu heben und ein tolles Foto zu machen. Man muss die Leidenschaft haben, sich mit dem Thema auseinandersetzen. Es geht nicht nur darum, gut auszusehen.“

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Dank ihres nationalen Erfolgs ist Hanke international startberechtigt. Auch wenn sie alle Unkosten wie Anreise, Unterkunft, Startgeld aus eigener Tasche zahlen muss, sind ihre Ambitionen hoch. Die Arnold Classics im September in Barcelona peilt Hanke als nächstes an. Dazu die Weltmeisterschaften bei den Junioren und den Damen.

Zuvor will sie ihre beiden nationalen Titel in jedem Fall verteidigen. Die heiße Vorbereitungsphase beginnt dann knapp fünf Monate vorher. „Viele Athletinnen wollen am Tag des Wettkampfes ihre Bestform abrufen können. Das möchte ich natürlich auch. Nur will ich zwei, drei Wochen vorher fit sein und dieses Level halten. Das gibt mir die nötige Sicherheit für den Wettkampf“, sagt Hanke. Aber bis dahin will die 22-Jährige erst einmal die Muskeln bei ihrer Bachelorarbeit spielen lassen.

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