Krise zwischen Trainer und Leitung

OFC will Erfolgsserie ausbauen

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OFC-Trainer Rico Schmitt möchte nach dem Einzug ins Hessenpokal-Finale auch in der Regionalliga weiter erfolgreich sein. Hingegen kriselt es zwischen ihm und der sportlichen Leitung.

Offenbach - Während die zuletzt erfolgreichen Kickers am Sonntag in Homburg um Punkte kämpfen, kriselt es weiter zwischen dem Trainer und der sportlichen Leitung. Von Peppi Schmitt

Fan der Offenbacher Kickers zu sein, ist nicht immer einfach. Es wird viel Leidensfähigkeit gebraucht und noch mehr Geduld. Manchmal aber wird diese Geduld auch belohnt. In diesen Tagen und Wochen geht es dem so oft so schwer gebeutelten OFC endlich mal wieder besser, über dem Bieberer Berg wärmt ein wenig die Sonne. Die sportlichen Erfolge sind fast schon auf wundersame Art und Weise zurückgekehrt. In der Liga haben die Kickers durch eine kleine Erfolgsserie die Abstiegsgefahr quasi gebannt. Offenbach wird auch in der nächsten Saison Bestandteil der Regionalliga Süd sein. Was vor einigen Wochen noch ungewiss war, ist jetzt so gut wie sicher. Dass dabei ausgerechnet die Frankfurter Eintracht eine Rolle gespielt hat, können die OFC-Fans in diesem speziellen Fall ganz gelassen hinnehmen.

Erfolgsserie bei den Kickers

Gut für die Fanseele war sicher, dass es der Mannschaft endlich mal gelungen ist, ein Derby zu gewinnen. Der 1:0-Sieg über die „kleine Eintracht“, über die U 23 des Nachbarn, hat allen gut getan, dem Publikum, den Verantwortlichen, dem zuvor in der Kritik stehenden Trainer Rico Schmitt und vor allem den Spielern. Der Jubel im Stadion am Bieberer Berg war riesig, nachdem Marcel Wilke das Siegtor gegen die Eintracht erzielt hatte. Die Zufriedenheit darüber, dass es rund um das „Risikospiel“ ruhig geblieben war, auch. Dass die Eintracht ein paar Tage darauf ihren Rückzug aus der Regionalliga bekannt gegeben hat, passte dann ins rosarote Bild, denn damit ist die Rettung des OFC noch wahrscheinlicher geworden. Doch es war natürlich vor allem die Mannschaft auf dem Spielfeld, der es gelungen ist, die Situation zu entschärfen. Vier Spiele in Folge haben die Kickers nicht verloren, dabei kein einziges Gegentor hinnehmen müssen. Was für die Abwehr und Torwart Daniel Endres spricht. Und auch im Pokal haben die Offenbacher ihre kleine Erfolgsserie fortgesetzt. Was finanziell deutlich weiter hilft. Mit dem 1:0-Sieg über den klassenhöheren SV Wehen Wiesbaden hat sich der OFC für das Finale im Hessenpokal qualifiziert und damit auch für die lukrative erste Runde im DFB-Pokal. Gegner im Hessenfinale ist Drittligist Darmstadt 98 (3:0-Sieg gegen Alzenau). In diesem Fall profitieren die Kickers von einem eigentlich ungeliebten Nachbarn. Denn da die Darmstädter als eine der Spitzenmannschaften der Dritten Liga automatisch am DFB-Pokal teilnehmen, ist auch der Verlierer des Finales für den DFB-Pokal gesetzt. Damit sind dem Klub 100.000 Euro sicher.

Schlechte Laune am Bieberer Berg

Hört sich alles gut an und ist auch gut. Dennoch ist die Laune nicht bei allen am Bieberer Berg gut. Denn nach wie vor gibt es Unstimmigkeiten zwischen dem Präsidium des Vereins und der Profiabteilung. Da geht es vor allem um die Zukunft von Trainer Schmitt, dessen Vertrag noch bis zum Sommer 2015 läuft. Eine Basis zur fruchtbaren Zusammenarbeit haben Schmitt und der vom Präsidium als sportlicher Leiter verpflichteten Alfred Kaminski jedenfalls noch nicht wirklich gefunden. Beide gehen sich so gut wie es geht aus dem Weg. Am Sonntagmittag muss der OFC im Homburger Waldstadion gegen den FC Homburg antreten. Mit einem weiteren Sieg könnten die Hessen mit den Saarländern in der Tabelle gleichziehen. Der indirekte Vergleich der vergangenen Wochen spricht für die Kickers: Sie haben die Eintracht gerade knapp geschlagen, Homburg dagegen hat am letzten Wochenende 2:4 gegen die U 23 verloren. Außerdem hat sich der Verein am Donnerstag mit sofortiger Wirkung von Trainer Christian Titz getrennt.

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