Tim Oldenburg will bei den Profis mitmischen

Nachwuchs-Basketballer auf dem Sprung

+
Tim Oldenburg wartet auf den großen Sprung zur Profikarriere.

Frankfurt -  Basketballer Tim Oldenburg pendelt zwischen den Welten. Er ist Leistungsträger bei den Juniors der Frankfurt Skyliners, Aushilfe beim Profiteam und Azubi bei der Hessischen Landespolizei. Noch wartet der 22-Jährige auf den großen Sprung.

Wie sehr sich Tim Oldenburg mit den Frankfurter Basketballern identifiziert, zeigt nicht nur sein Einsatz auf dem Parkett. Vor drei Jahren absolvierte er beim Erstliga-Klub ein Freiwilliges Soziales Jahr und schaute hinter die Kulissen. Was er dort erlebt und gesehen hat,motivierte den 2,02 Meter-Hünen, weiter hart für seine Profi-Karriere zu arbeiten, aber auch über den Tellerrand zu schauen.

Heute, knapp drei Jahre später, wartet Oldenburg zwar noch auf den großen Sprung, fühlt sich aber mit seiner Situation pudelwohl. „Meine Rolle beschränkt sich in erster Linie auf die ProB-Liga“, sagt er. „Meine Leistungen werden immer konstanter, aber es ist noch Luft nach oben.“

Einsatz in zwei Teams

Zuletzt gewann das ProB-Liga Team der Skyliners vier Spiele in Serie und sorgte mit dem Überraschungssieg gegen Rhöndorf für ein Ausrufezeichen. Mittendrin statt nur dabei: Tim Oldenburg, der zwölf Punkte im Schnitt erzielt. „Wir haben jetzt den Faden gefunden und mit dieser Mannschaft noch gute Chancen“, sagt der Usinger stolz. Ein Team, in dem er mit nur 22 Jahren zum Führungsspieler gereift ist und Verantwortung übernimmt. „Ich soll den Jungs ein bisschen zeigen, wie es geht“, sagt er schmunzelnd.

Lesen Sie auch:

Skyliners: Gegen Bayreuth zurück in die Spur

Skyliners mit Heimsieg im Rücken gegen Bremerhaven

Komplett anders sieht die Ausgangslage bei den zuletzt arg gebeutelten Profis aus. Hin und wieder steht Oldenburg im Kader, zu Einsatzzeiten hat es in dieser Saison noch nicht gereicht. Insgesamt bringt es der Flügelspieler auf sechs (Kurz)-Einsätze im Oberhaus und wartet noch auf den ersten Punkt. Unter Druck setzen will sich Oldenburg trotz der Zuschauerrolle aber nicht. Auch über die Reisestrapazen und Doppelbelastung verliert er kein negatives Wort. Als Doppellizenzspieler pendelt er seit vier Jahren zwischen Drittklassigkeit und der Basketball-Bundesliga. „Ich bin eher eine Aushilfe, verstärke die Trainingsgruppe und bin da, wenn ich gebraucht werde. Damit bin ich aber zufrieden“, sagt Oldenburg. Weniger zufrieden ist er mit der Saisonbilanz des Profiteams, das mit zwei Siegen und sechs Niederlagen im Tabellenkeller feststeckt. „Natürlich war der Start holprig. Wir zeigen jedes Spiel unsere Qualitäten, aber können sie nicht über die gesamte Dauer aufs Feld bringen“, so Oldenburg und ergänzt: „Die Saison ist noch jung und wir können noch einiges erreichen.“

Profikarriere als Ziel

Das soll auch für ihn persönlich gelten. Und dafür trainiert er, der erst mit 13 Jahren zum Basketball kam, längst wie ein Profi. Bis zu sechs Einheiten stehen wöchentlich auf dem Programm, ergänzt durch individuelles Krafttraining. Gerade in punkto Physis müsse er noch zulegen, stärker, ruhiger und stabiler werden, ohne dabei an Athletik einzubüßen. Das habe ihm auch Gordon Herbert, Trainer der Frankfurter Bundesligamannschaft, auf den Weg gegeben. „Gordon ist ein guter, aber strenger Trainer. Er gibt einem die Chance etwas zu zeigen, macht einem aber auch unmissverständlich klar, wenn es nicht reicht“, betont Oldenburg. Falls es für die Profikarriere nicht reichen sollte, baut sich der Basketballer ein zweites Standbein auf. Seit zwei Jahren absolviert er eine Ausbildung bei der Sportfördergruppe der Hessischen Landespolizei in Wiesbaden. „Aber das Ziel ist es schon, beim Sport zu bleiben.“

Trotz allem Basketball-Rummel ist der 22-Jährige bodenständig geblieben. Die wenig verbliebene Freizeit nutzt er, um den Großstadtrummel zu entfliehen und Familie und Freunde in Usingen zu besuchen. Einen engen Kontakt pflegt Oldenburg zu seinem früheren Trainer und Förderer Bastian Mottet, der bei den Spielen seines ehemaligen Schützlings häufig dabei ist. In die Halle nach Usingen, zu seinen alten Kumpels, schafft er es nicht mehr so oft. Wenn doch, ist der Basketball ganz sicher mit im Spiel. zin

Mehr zum Thema

Kommentare