Langener Basketballer

Märchenhafter Wandel der U19-Giraffen

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U19-Trainer Fabian Villmeter steht mit seinen Basketballern im Top4-Turnier.

Langen - Wenn ein sportlicher Außenseiter groß auftrumpft und beinahe Wunderliches leistet, sprechen die Amerikaner gerne von einer „Cinderella-Story“. Eine nahezu märchenhafte Wandlung haben auch die U19-Basketballer des TV Langen genommen, seitdem Trainer Fabian Villmeter sie übernahm.

Damals präsentierte sich die Mannschaft in keinem sonderlich guten Zustand: Wenig Qualität, wenig Trainingsbeteiligung, wenig Disziplin, dafür jede Menge Egoismus. „Die Spieler haben nur von ihrem Talent gelebt“, erinnert sich Villmeter. An eine Top4-Teilnahme verschwendete er zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken. „Für mich war es wichtig, dass die Jungs verstehen, was ich von ihnen will.“ Damit meint der 33-Jährige vor allem das Engagement und die Bereitschaft, in jedem Training mitzuziehen – auch, oder gerade in der Verteidigungsarbeit. Nicht immer beliebt bei den Spielern, aber ungemein wichtig. „Offensiv lebt jede Mannschaft von einzelnen Akteuren, aber gute Verteidigung ist der einzige Weg, alle Spieler voll und ganz in eine Spielphilosophie zu integrieren“, ist der erfahrene Coach überzeugt. Platzierungen und Ergebnisse spielten für ihn eine untergeordnete Rolle. „Wenn wir guten Basketball spielen, dann kommen die Erfolge von ganz alleine.“

Eine außergewöhnliche Entwicklung

Das taten die „Giraffen“ in der Hauptrunde und mauserten sich zu einem der defensivstärksten Teams der Liga. Mit einer Mannschaft, die sich aus vielen unterschiedlichen Charakteren zusammensetzt. Als Tabellenführer beendete der TVL die Hauptrunde und unterstrich damit die „außergewöhnliche Entwicklung“. Herausragend sind die beiden Junioren-Nationalspieler Jona Hoffmann und Jakob Merz sowie der offensivstarke Timothy Chabot, die in der Viertelfinal-Serie gegen Würzburg den Unterschied ausmachten. Eine schwache Leistung im ersten Spiel folgte eine bärenstarke Vorstellung im zweiten Duell. „Wir haben in den Play-offs den Fokus auf eine intensive Vorbereitung, mehr Teamtraining und Videoanalysen gelegt, das hat sich ausgezahlt und soll uns auch einen Push fürs Finalturnier geben“, betont Villmeter. In Quakenbrück bekommen es die Langener im Halbfinale allerdings mit ALBA Berlin zu tun, das im gesamten Saisonverlauf erst ein Spiel verlor. Dementsprechend groß ist der Respekt vor dem Nachwuchs der Albatrosse: „Sie sind auf allen Positionen sehr groß und athletisch besetzt, spielen außerdem eine sehr gute Verteidigung. Aufbauspieler Ismet Akpinar bringt der Truppe mit seiner individuellen Klasse nochmal einen enormen Qualitätsschub“, sagt Villmeter.

"Wir werden uns sicher nicht verstecken"

Aber auch der sechsfache NBBL-Meister Urspringschule und Geheimfavorit Paderborn seien hochkarätige Gegner. „Wir werden einen Plan haben, wie wir ihnen begegnen können und uns sicher nicht verstecken“, sagt Villmeter, für den es die zweite Teilnahme in Serie an einem Top4-Turnier ist. Im vergangenen Jahr führte er die JBBL-Mannschaft des TV Langen auf den dritten Platz. Den Erfolg mit dem NBBL-Team in dieser Saison stuft er – unabhängig vom Turnierausgang – noch höher ein. Mit den Jahrgängen 96,97,98 zähle man zu den besten Nachwuchsstandorten der Republik. Die Arbeit an der Basis soll in der nächsten Saison auch im Herren-Bereich noch mehr Früchte tragen. Mehreren Spielern traut Villmeter den Sprung in den Drittliga-Kader (ProB) zu. „Dieser Schritt ist für die Entwicklung unserer Talente unumgänglich und auch eine wichtige Investition in die Zukunft unseres ProB-Programms.“ zin

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