Viele Pleiten zum Saisonauftakt

Klassenerhalt ist das Ziel der Hornets

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Schlagkräftiges Rückgrat der Hornets: Elliott Glynn (von links), Spenser Payne, Rogelio Maldonado und Kyle Waddell.

Bad Homburg – Während Ex-Hornisse Donald Lutz in der amerikanischen Profi-Liga für Furore sorgt, kämpfen die Baseballer aus Bad Homburg um das Überleben in der Bundesliga. Nach dem Abgang von Spielern und Sponsoren stand zwischenzeitlich der Spielbetrieb auf der Kippe.

Trotz der vier Pleiten zum Saisonauftakt sieht der sportliche Leiter Ronald Spitzegger das neuformierte Team der Hornets auf einem guten Weg.

Ein ungemütlicher Winter liegt hinter den Bad Homburg Hornets. Lange mussten die Baseballer um den Verbleib in der Bundesliga zittern. Als Schlusslicht der Vorsaison hätten sie eigentlich Relegationsspiele gegen den Tabellenzweiten der Zweiten Liga bestreiten müssen. Nur weil Neuenburg auf die Teilnahme verzichtete und sich kein weiterer Zweitligist den Sprung ins Oberhaus zutraute, blieben die Hornissen erstklassig. Das Achter-Klassement komplettiert Direktaufsteiger Tübingen.

Sorgenfrei waren die Bad Homburger aber noch lange nicht. Noch in der Vorsaison hatte sich ein Sponsor zurückgezogen, Leistungsträger folgten in der Spielpause. Tobi Netz, Viktor Volz, Jeremy Jenkins und Jennell Hudson zogen sich berufsbedingt aus dem Spitzensport zurück. Peter Ackerman wechselte nach Dortmund, Marcel Felsmann spielt für Mainz. „Wir wurden von den Abgängen im Winter überrascht“, räumt Spitzegger ein. „Wir mussten dann überlegen, ob das alles noch Sinn macht.“ Angesichts des Aderlasses und fehlender Geldquellen war der Rückzug aus der Bundesliga durchaus ein Thema.

Der Schritt wäre den Kurstädtern zu diesem Zeitpunkt aber teuer zu stehen gekommen. Es drohte eine hohe Geldstrafe. „Also gab es für uns kein Zurück mehr“, erzählt der frühere österreichische Nationalspieler. Der Vorstand war gefragt und damit das Netzwerk des umtriebigen Präsidenten Joe Whitney. Der bekannte Sänger und Entertainer schaffte es, einen neuen Sponsor ins Boot zu holen. So gelang es quasi auf den letzten Drücker vier ausländische Spieler zu verpflichten, die gleichzeitig auch den Trainerstab bilden. „Damit haben wir sicher mehr Qualität im Kader als im Vorjahr. Diese Jungs werden uns einen Schritt voran bringen“, ist Spitzegger überzeugt.

Position des Werfers ist Problemzone

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Viel Erfahrung bringt der 30-jährige Rogelio Maldonado mit, der zuletzt zu den zehn besten Schlagmännern in der italienischen Liga zählte. Der vielseitige Spenser Payne, 23 Jahre alt, soll in Defensive und Offensive den notwendigen Rückhalt geben. Die US-Amerikaner Elliott Glynn und Kyle Waddell, beide 24, sind als Pitcher vorgesehen.

Die Position des Werfers bleibt dennoch die große Problemzone der Hornissen. „Da fehlen uns die Alternativen“, sagt Spitzegger. „Wir können nur hoffen, dass sich keiner verletzt.“ Lediglich vier Pitcher stehen im Kader der Homburger. Dazu gehört der ehemalige Juniorennationalspieler Max Doll, der allerdings noch verletzt ist. Hinzu kommen Spieler, „die im Notfall auch ein paar gute Bälle werfen können“, wie der sportliche Leiter ergänzt.

Dass sich die Hornissen mit ihrer dünnen Personaldecke auf einem schmalen Grat bewegen, wurde beim Saisonauftakt in Haar deutlich. Zweimal schnupperten sie an einem Sieg, beide Spiele gingen verloren. Nicht zuletzt, weil den Werfern am Ende die Kräfte ausgingen. Die Heimpleiten (0:11 und 2:12) unter der Woche gegen Top-Favorit Regensburg sieht Spitzegger gelassen. „Wir konnten phasenweise mithalten und haben gar nicht so schlecht ausgesehen“, lautet sein Fazit. Am Ende der Saison soll der Klassenerhalt stehen. Diesmal auf sportlichem Wege und ohne Wartezeiten.

Am Samstag, 11. Mai, empfangen die Hornets die Mannheim Tornados. Gespielt wird um 13 und 15.30 Uhr im Sportzentrum Nord-West.

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