Ein Bällchen auf vier Hufen jagen

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Voller Einsatz auf einem PS: Christopher Kirsch (links) kämpft um den Ball.

Oberursel/Bad Homburg – Pferde, lange Schläger, ein Ball und zwei Tore. Dazu drei Mitspieler, ein großes Feld und ein gegnerisches Team: Das ist Polo und längst kein Spiel nur für den Adel. Bisher fehlt in der Region aber ein Verein. Christopher Kirsch will das durch ein Turnier ändern. Von Andreas Einbock

Der Kapitän der Polo-Nationalmannschaft ist zudem auch Veranstalter der Berenberg Polo-Trophy, die von Freitag, 26., bis Sonntag, 28. August, auf dem Feld in der Oberurseler Niederstädter Straße ausgetragen wird. Es wird die sechste Station der jährlich in Deutschland ausgetragenen German Polo-Tour, aber die erste im Rhein-Main-Gebiet sein.

Für Christopher Kirsch, der für den Hamburger Polo Club spielt, ist so ein Turnier in dieser Region längst überfällig. „Es gibt rund um Frankfurt schon vereinzelt ein paar Spieler. Oft werde ich von Freunden aus dem Bankenbereich angesprochen, ob wir nicht mal hier ein hochklassiges Turnier ausrichten wollen“, sagt Kirsch, der als Inhaber einer Eventagentur auch Polo-Turniere organisiert. Durch seine frühere Ausbildung bei einer Bank ist ihm Frankfurt und der Taunus noch sehr vertraut. „Damals habe ich viele Abstecher nach Königstein gemacht. Einige Freunde wohnen immer noch in der Region. Deshalb weiß ich, dass es auch dort viele Pferdefreunde gibt“, so der 43-jährige Polospieler. In 20 Jahren Nationalmannschaft hat Kirsch über 50 Länderspiel bestritten und ist zweimal EM-Dritter geworden.

Kein royales Champagner-Image

Für das Turnier in Oberursel hofft er, „dass der Funke schnell überspringt.“ Schließlich würden die Pferde bis zu 60 Stundenkilometer schnell werden und viele Tore fallen. Kirsch: „Ein null zu null wie beim Fußball, gibt‘s bei uns nicht. Da die 7,20 Meter breiten Tore nach oben offen sind, ist Polo ein reines Angriffsspiel“.

Gespielt wird auf einem 200 Meter langen und 100 Meter breiten Feld in vier jeweils sieben Minuten langen Spielabschnitten. Mit Unterbrechungen dauert ein Spiel etwa eine Stunde. Dazwischen werden die Zuschauer aktiv. Denn mit dem royalen Champagner-Image, so Kirsch, habe Polo nichts mehr zu tun. „Man braucht eher festes Schuhwerk statt großer Hüte“, sagt Kirsch und ergänzt: „In den Spielpausen gehen alle aufs Feld und treten die Löcher im Boden zu. Das ist sehr kommunikativ.“

So sei das Turnier ab Freitag auch hervorragend für die ganze Familie geeignet. Ein Sprecher wird die Spiele kommentieren. Für Kinder wird es Betreuung sowie eine Hüpfburg und Kinderschminken geben. Selbst Hunde dürften angeleint mitgebracht werden. Die Pferde, die oft argentinisches Vollblut haben, seien nicht so schreckhaft wie bei anderen Pferdeveranstaltungen. „Klar dürfen die auch gestreichelt werden“, so Kirsch. Das erste Spiel beginnt am Freitag, 26. August, um 15 Uhr. Am Samstag und Sonntag wird jeweils von 14 Uhr bis 17 Uhr gespielt. Der Eintritt ist frei.

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