Aufholjagd mit Faust und Ball

+
Offenbachs Kapitän Marian Horn bei der Ballannahme.

Offenbach – Sechs Spiele Anlauf haben sie gebraucht, im siebten hat’s geklappt. Die Faustballer der TG Offenbach kämpfen in ihrer ersten Zweitliga-Saison für ein sportliches Ziel: Den Klassenerhalt. Ein Schritt dahin soll am Samstag zum Auftakt der Rückrunde auf der Rosenhöhe gemacht werden. Von Andreas Einbock

Es ist besser als sein Ruf und hat nichts mit dem überholten Image des Altherrensport gemein. Das wird deutlich, wenn man den athletischen Hechtsprung von TGO-Kapitän Marian Horn sieht, der einen heftigen Schmetterschlag von Angreifer Markus Wolf von der Seitlinie kratzt und ins 50 Meter lange und 20 Meter breite Feld zurückspielt. „Spektakulär sind aber auch die Annahmen aus der Luft und die direkten Zuspiele am Netz“, sagt Horn und fügt hinzu, dass es „in Deutschland etwa 30. 000 Faustballer gibt und wir immerhin amtierender Weltmeister sind.

Das Spielfeld ist knapp viermal so groß wie beim Volleyball und in der Mitte durch ein rot-weiß gestreiftes, schmales Netz in zwei Spielhälften geteilt, auf dem an den Spieltagen zwei Teams mit je fünf Spielern antreten. Jede Mannschaft darf den Ball insgesamt dreimal mit drei möglichen Bodenberührungen in seiner Hälfte vor dem Überschlag mit Unterarm oder Faust berühren. So wird es auch am kommenden Samstag sein. „Dann sind sogar drei Teams und insgesamt drei Spiele zu sehen“, sagt Michael Marschall. Der TGO-Trainer versucht bei jedem Spieltag aufs Neue, das richtige Mannschaftsgefüge von jungen und erfahrenen Spielern zu finden. Marschall: „Wir sind ein reiner Amateursport, egal ob zweite oder erste Liga. Da gehen manchmal berufliche oder familiäre Verpflichtungen vor.“ Die Mission Klassenerhalt erschwere das zwar, zumal die Mannschaft ein Art Spielgemeinschaft aus Offenbacher und Seligenstädter Faustballern ist, mache sie aber nicht unmöglich. Das bewies das Team beim Auswärtsspiel in Bretten, als man den Mitaufsteiger mit 3:2 bezwingen konnte. Doch nun bleiben nur noch acht Spiele, um den die nötigen Punkt für den Klassenerhalt zu holen.

Jetzt müssen wir nachlegen und vor allem gegen Oppau gewinnen“, sagt Kapitän Horn und blickt auf das Abstiegsduell voraus. Horn: „Im Hinspiel waren wir noch sehr nervös und haben durch viele Eigenfehler die Sätze verschenkt. Das wird jetzt besser werden.“ Im zweiten Spiel am Samstag gegen den Tabellenführer und gefühlten Erstligisten Waibstadt rechnet sich Trainer Michael Marschall allerdings weniger Siegchancen aus. „Die sind eine gewachsene, junge Mannschaft mit konstant starker Abwehr. Zudem haben sie Marco Schäfer einen Nationalspieler als Hauptangreifer“, sagt Marschall und ergänzt: „Da bekommen die Zuschauer praktisch Erstliga-Faustball geboten.“

Auf hochklassigen Faustball freut sich TGO-Vereinschef Wolfgang Marschall, der auf viele Zuschauer hofft: „Mit vielen Fans am Spielfeldrand dürfte unseren Spieler das eine oder andere Prozent an Leistung herauskitzeln sein.“ Spielbeginn am Samstag, 16. Juni, ist um 15 Uhr im Sportzentrum Rosenhöhe, Lauterbornweg 7. Infos: www.tgo-faustball.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare