Nach der Ingolstadt-Blamage

Armin Veh ist stinksauer und findet klare Worte

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Der Blick sagt alles aus: SGE-Trainer Veh beim Training unter der Woche.

Frankfurt – Zwei Wochen Pause, zwei Wochen Zeit für die Frankfurter Eintracht, die Blamage von Ingolstadt zu verdauen, sie aber auch aufzuarbeiten. Trainer Armin Veh war sauer wie selten auf seine Spieler und hat sie das auch spüren lassen. Von Peppi Schmitt

Der freie Tag wurde nach der Blamage gegen Ingolstadt gestrichen, täglich wurde in dieser Woche trainiert, teilweise zweimal. „Ich weiß nicht, ob das wirklich etwas bringt“, gab Veh zu, „aber ich konnte auch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“ Also gab es deutliche Worte an die Adresse der Spieler, die sich auch durchaus selbstkritisch zeigten.

Qualität wurde auf dem Platz nicht abgerufen

Neun Punkte nach acht Spielen sind zu wenig für die Ansprüche der Eintracht, selbst wenn die Frankfurter die einzige Mannschaft in der Liga sind, die bereits fünfmal auswärts antreten mussten. „Von vorderen Plätzen brauchen wir gar nicht zu reden“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner, „das geben unsere Leistungen nicht her.“ Und auch der Trainer empfahl, „die Ansprüche zurückzuschrauben“. Die jüngsten Leistungen gegen Hertha und Ingolstadt haben für viel Ernüchterung gesorgt. An der grundsätzlichen Qualität der Mannschaft aber zweifeln die sportlich Verantwortlichen nicht. „Unsere Mannschaft hat einen guten Charakter“, sagt der Trainer. „Wir haben Qualität, aber wir haben sie zuletzt nicht auf den Platz gebracht“, ergänzt der Manager. Nach den Gründen für die sportliche Krise wurde gesucht. Konditionelle Probleme? „Nein, das schließe ich aus“, sagt Veh, „unsere Laufwerte waren in Ordnung.“ Taktische Probleme? „Möglich“, gibt Veh zu, „wir konnten in Ingolstadt nicht umsetzen, was wir wollten.“

Neun Spieler sind mit ihren Nationalteams unterwegs

Formschwächen? „Ganz sicher“, sagt der Trainer, „Luc Castaignos war gar nicht auf dem Platz und Makoto Hasebe hat jede Passsicherheit verloren.“ Und dies beiden waren nicht die einzigen, die nicht brachten, was sie bringen können. Die Aufarbeitung auf dem Platz war unter der Woche schwer möglich, weil insgesamt neun Spieler mit Nationalmannschaften unterwegs waren. Mit den anderen aber hat Veh Tacheles gesprochen, im Kreise der Mannschaft, aber auch unter vier Augen. Voll des Lobes war er über seinen Kapitän Alexander Meier. „Ich spüre, dass er mehr Verantwortung übernimmt“, sagt Veh, „er beißt sich durch.“ Meier sei nach fünfmonatiger Verletzungspause und fünf Spielen über neunzig Minuten in erstaunlich guter Verfassung. „Er geht voran, das brauchen wir“, freut sich der Trainer. Zweiter Hoffnungsträger ist Haris Seferovic. Dessen Comeback wird nach einer Oberschenkelverletzung schon im nächsten Heimspiel gegen Gladbach herbeigesehnt.

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