Armin Lortz hat alles gegeben

DFL lässt Petition aus Dieburg kalt

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Armin Lortz zerdrückt symbolisch eine Getränkedose des Sponsors von RB Leipzig.

Dieburg – Anfang Mai berichtete der EXTRA TIPP über den Darmstadt-98-Fan Armin Lortz aus Dieburg und dessen Online-Petition, mit der er vom Deutschen Fußball Bund und der für die Bundesligen zuständigen Deutschen Fußball-Liga (DFL) forderte, bestehende Regeln auch beim RB Leipzig anzuwenden. 

Lortz fürchtete Kungelei und ein Aushandeln der Bedingungen. Der von Red Bull maßgeblich finanzierte Verein sollte sein Wappen ändern, die Führungsgremien konzerunabhängiger besetzen und Eintrittsbarrieren für neue Mitglieder senken. 21.750 Anhänger unterstützten die Petition. Die trug der 46-Jährige per E-Mail der DFL zu. Inzwischen hat Lortz eine Antwort – und ist nun richtig sauer.

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In der Rückmeldung verweist die DFL auf eine Aussage von Harald Strutz, Vorsitzender des Lizenzierungsausschusses: „Durch die verbindliche Erklärung, seine Gremien künftig mit mehrheitlich unabhängigen Persönlichkeiten zu besetzen sowie das bisherige Logo mit Blick auf die Anforderungen der UEFA zu verändern, hat der Club die wesentlichen Voraussetzungen zur Teilnahme am Spielbetrieb im Konsens erfüllt. Einer Lizenzierung steht daher nichts mehr im Wege.“ Bekanntlich hat RB Leipzig die Lizenz für Liga zwei inzwischen erhalten und trifft auch wieder auf den SV Darmstadt 98, der sich in der Relegation furios gegen Arminia Bielefeld durchgesetzt hatte.

Aussagen bringen Lortz auf die Palme

Die Aussagen der DFL und dass die Liga in ihrer Antwort mit keinem Wort auf die Bedenken der vielen tausend Fans eingeht, bringen Lortz auf die Palme: „Ich finde es bei allem Respekt eine Frechheit! Obwohl ich die Meinung von 21.750 Fans vertrete, werde ich abgetan, als würde ich um Give-aways betteln.“ Unfassbar findet er eine weitere Aussage : „Darüber hinaus bitten wir Sie, von weiteren Mails zu diesem Thema Abstand zu nehmen.“

Hierin zeige sich letztlich, dass die Fans in erster Linie ihre Geldbörse öffnen sollen, der Profi-Fußball sich ansonsten aber eine Mitsprache oder zumindest einen Austausch in unangenehmen Fragen verbitte, so Lortz. Zumal in Leipzig weiter nicht von einer Öffnung für jedermann, der Mitglied werden wolle, die Rede sei und das neue Wappen dem bisherigen sehr ähnlich sehe.

„RB“ stehe keineswegs für „Red Bull“

In der Tat sind besonders die markanten Bullen – die natürlich auch die Verbindung zum Red-Bull-Konzern herstellen sollen – weiterhin zu sehen. Offiziell gibt RB Leipzig an, das „RB“ stehe keineswegs für „Red Bull“, sondern für „Rasenballsport“ Lortz’ Urteil: „Das alles ist für mich nur mit dem süßen Geruch der Brausemilliarden zu erklären. Die DFL hat sich hiermit unglaubwürdig gezeigt.“ Die Strafe dafür, dass RB Leipzig in Lortz’ Augen eine Sonderbehandlung erhalten habe, müsse der Verein seiner Einschätzung nach ab August in Liga zwei selbst ausbaden: „Es wird kein Spieltag ohne Häme abgehen.“ jd

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