Klein-Zimmerner Tobias Götz fungiert als Schiedsrichter

Armbrust-WM: Babenhäuserin hat den Titel im Visier

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Die Babenhäuserin Ina Schmidt (links) präsentierte ihr Sportgerät auf der Pressekonferenz zur Armbrust-Weltmeisterschaft.

Region Rhein-Main – Zwei Südhessen nehmen bei der Armbrust-Weltmeisterschaft teil. Tobias Götz als Schiedsrichter will fairen Sport sehen, Ina Schmidt als Schütze dagegen hat die Goldmedaille im Visier. Von Jens Dörr

Die eine will nichts weniger als Gold, der andere einfach fairen Schießsport garantieren: Unter verschiedenen Vorzeichen reisen in der neuen Woche die Babenhäuserin Ina Schmidt (32) und der Klein-Zimmerner Tobias Götz  (38) nach Frankfurt. Dort richtet der Hessische Schützenverband (HSV) die 17. Armbrust-Weltmeisterschaften aus. Die für den Schützenverein „Diana“ Ober-Roden schießende Schmidt, Topathletin und bereits mit internationalen Weihen versehen, peilt den Titel an. Götz ist als Wettkampfrichter dabei. Insgesamt werden bis zu 250 Armbrustschützen aus mehr als 20 Nationen erwartet.

Die größten Mannschaften stellen Frankreich mit 60 und Russland mit 46 Startern. Deutschland wird mit 30 Schützen antreten und stellt ebenfalls eine der größten Gruppen. Zu ihr zählt Ina Schmidt, die vor allem die starke Konkurrenz vom Balkan fürchtet: „Mein Ziel ist es, den Weltmeistertitel vor der starken Konkurrenz aus Kroatien zu gewinnen“, sagt sie, die erst vor wenigen Wochen Feldarmbrust-Hessenmeisterin in Groß-Gerau wurde. Dabei traf Schmidt auch besser als alle Männer keine Seltenheit im Schützensport. Das weiß auch Tobias Götz, selbst Schütze bei der Schützengesellschaft „Hubertus“ Klein-Zimmern, wenngleich mit Gewehr und Pistole statt mit der Armbrust: „Die Frauen haben oft das ruhigere Händchen und sind oft besser als die Männer.“

WM-Premiere für den Schiedsrichter

Das ruhige Händchen ist bei der Armbrust-WM gefragt: Aus zehn Metern Entfernung gilt es, ein Ziel mit nur fünf Zentimetern Durchmesser zu treffen. Man dürfe nicht das Bild größerer Scheiben beim Bogenschießen vor Augen haben: „Regeln und Schwierigkeit sind wie beim Luftgewehr. Mit etwas Wackeln ist man bereits unter ferner liefen“, sagt Götz. Während Schmidt seit vielen Jahren dem Schießsport verfallen ist, hat Götz erst vor wenigen Jahren die Berechtigung erworben, bei Wettkämpfen als Richter tätig zu sein. Aufsicht, Kleidungs- und Waffenkontrolle und Mittlerfunktion bei strittigen Wertungen sind seine Aufgaben. „Vor allem die Sicherheit ist wichtig“, stellt Götz heraus. Er achtet unter anderem darauf, wie und wohin die Schützen ihre Waffen halten. Für den Klein-Zimmerner, der zweimal bei Hessenmeisterschaften zum Einsatz kam und diesmal für die Observierung der Weltbesten vom DSB angefragt wurde, ist es die WM-Premiere.

Während Schmidt darauf setzt, mit der Goldmedaille heimzufahren, ist für Götz Dabeisein - fast - alles: Der Lohn für einen Tag als Unparteiischer sind ein Spritgeld und 30 Euro Aufwandsentschädigung. Der Fachverband für das Sport- und Bogenschießen in Hessen hat mit großen Ereignissen bereits Erfahrung: 1983 richtete man die Armbrust-Weltmeisterschaft in den Zehn- und 30-Meter-Disziplinen in Bad Homburg aus, 1994 die Feldarmbrust-Weltmeisterschaft in Wiesbaden und 1998 die Armbrust-Europameisterschaft im Landesleistungszentrum (LLZ) in Frankfurt. Das LLZ in Schwanheim steht auch diesmal im Mittelpunkt. In der großen Sporthalle des Zentrums ermitteln die Männer, Frauen und Junioren die Weltmeister in Einzel- und Mannschaftskonkurrenzen der Disziplin „Armbrust 10 Meter“. Das ausführliche Programm ist auf www.wch-crossbow2014.de zu finden

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