Wintersport

Sprungbrett für Olympia: Hochschulsportverband bereitet sich auf Weltsportspiele der Studenten vor

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Für die 26. Winter-Universiade hat der ADH von Dieburg aus bislang 14 Athleten nominiert. Die Auswahl im Snowboard steht noch an.

Dieburg - Von Dieburg aus zu den Winter-Spielen der Studenten: Beim Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband steht das Telefon in diesen Tagen nicht still. Von Jens Dörr

Am 11. Dezember beginnt im italienischen Trentino die 26. Winter-Universiade. Zu den Spielen der Studenten schickt auch der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (ADH) wieder die besten studierenden Eisschnellläufer, Biathleten und Skilangläufer der Republik. Der ADH, dem rund 180 Universitäten und Fachhochschulen mit 1,6 Millionen Studenten und 400.000 Bediensteten angehören, hat seinen Sitz in ein paar Büros am Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt. Dort steht derzeit das Telefon nicht still.

„Die Situation ist extrem angespannt. Wir haben einen hohen Anspruch“, sagt Paul Wedeleit, ADH-Generalsekretär. Das bezieht er einerseits auf die ständigen Aufgaben des Verbands wie die Weiterentwicklung im Marketing und der Ausweitung des Bildungs- und Wettkampfangebots. Vor allem aber will die Universiade für das deutsche Team geplant sein.

In sportlicher Hinsicht laufen die Fäden bei ADH-Sportdirektor Thorsten Hütsch zusammen. „Nur der ADH ist berechtigt, deutsche Studenten für die Winter-Universiade zu melden“, sagt er. Seit Oktober tut er eben dies – obwohl die Spiele im Winter eine eher kleine Sache gegenüber den Abordnungen zu den Sommer-Universiaden sind. 14 Athleten stehen bislang fest, reisen nach Trentino in Italien. Die beiden Biathleten, drei Eisschnellläufer, zwei Nordische Kombinierer, zwei Short-Track-Sportler und vier Skilangläufer studieren überwiegend an der Hochschule Furtwangen, in Berlin, Dresden oder den USA. Felix Rijhnen von der HfPV Wiesbaden, der für den Dienst in der Schutzpolizei studiert, ist unter ihnen ein Exot. Er hat sich im Eisschnelllauf qualifiziert, obgleich die Favoriten andere sind.

Auswahl der Athleten

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„Eigentlich ist Deutschland ja ein Wintersport-Land“, erläutert Generalsekretär Wedeleit. „Wir entsenden aber nur relativ wenige Athleten, weil wir in den Wintersport-Regionen relativ wenige Hochschulen haben.“ Neben den allgemeinen Nominierungskriterien (Immatrikulation) geben sportspezifische den Ausschlag bei der Auswahl der Athleten, die zumindest dem Niveau des nationalen Anschlusskaders (B-Kaders) der Spezialisten entsprechen sollten. Bei eigenen Meisterschaften oder im Rahmen von Weltcups können sich die deutschen Studenten qualifizieren.

 „Die Universiaden simulieren den olympischen Wettkampf, bringen Motivation, Erfahrung sowie Lerneffekte und stellen Weichen“, zählt Wedeleit die Vorteile auf. Die Studentenwettkämpfe sollen auch Sprungbrett gen Olympia sein. Ob sie in absehbarer Zeit in der Bundesrepublik stattfinden könnten? 2014 sollte die Sommer-Universiade eigentlich in Hamburg über die Bühne gehen, was sich vor wenigen Jahren nach ersten Pro-Entscheidungen aber doch noch zerschlug. „Vor 2020 wird es keine Universiade in Deutschland geben“, nimmt Wedeleit derzeit jede Illusion. Nach dem Aus für die Winter-Olympiade 2022 in München am vergangenen Sonntag bleibt auch dieses Großereignis für die meisten Deutschen ein TV-Erlebnis. Immerhin: Eurosport überträgt die Winter-Universiade ab dem 10. Dezember täglich mehrere Stunden lang live.

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