24 Stunden auf dem Feldberg

Alexander Nikolopoulos besiegte den Krebs und will jetzt kranken Kindern helfen

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Alexander Nikolopoulos will 24 Stunden lang den Feldberg rauf und runter fahren. Für jeden Aufstieg kann man spenden.

Region Rhein-Main - Alexander Nikolopoulos ist eine Kämpfernatur. Als ambitionierter Triathlet probt der 41-Jährige täglich den Aufstieg und will Gutes tun. So wie am kommenden Samstag, wenn der Frankfurter für 24 Stunden auf dem Rad den Feldberg rauf und runter rast.

Herr Nikolopoulos, am Samstag wollen Sie mit der Aktion „24 Stunden auf dem Feldberg“ Spenden für krebskranke Kinder sammeln. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Die Idee kam mir vor zwei Jahren, als ich zum Training den Feldberg zehn Mal an einem Tag rauf gefahren bin. Da hat man jede Menge Zeit, um seine Gedanken schweifen zu lassen. Ich hatte schon früher von Laufveranstaltungen gehört, die einen ähnlichen Zweck verfolgen und bei denen Menschen pro zurückgelegten Kilometer spenden können. Somit dachte ich mir, dass man das Training mit dieser Idee gut verbinden könnte. Bei mir zählt aber die Zahl der Aufstiege.

Wie bereiten Sie sich auf diesen besonderen Tag vor?

Eigentlich nicht wirklich speziell. Ich befinde mich momentan in der Haupttrainingsphase für meinen Hauptwettkampf in diesem Jahr. Da ich beruflich unter der Woche immer unterwegs bin, kann ich die langen Rad-Einheiten nur am Wochenende absolvieren. Da kommen dann schon mal 300 Kilometer zusammen. Lange Belastungen sind somit kein wirkliches Problem. Wie es aber nach 24 Stunden aussehen wird, kann ich auch noch nicht sagen.

Worauf wird es ankommen? Motivation? Kraft? Mentale Belastbarkeit?

Wenn ich das mal wüsste. Ich denke Motivation ist weniger das Problem. Ich weiß ja, dass jeder neue Anstieg die Spendensumme erhöht. Insofern helfen die Spender auch mir. Kraft sollte ebenfalls kein Thema sein. Natürlich wird die mentale Belastung interessant, vor allem in den Abendstunden. Hinzu kommt, dass ich in der Wettkampfvorbereitung komplett auf Koffein verzichte. Wachmacher wird es also auch nicht geben.

Und die menschlichen Bedürfnisse?

Meine Frau wird mich den gesamten Tag betreuen und mich mit Getränken, Essen, Bekleidung und Ersatzteilen versorgen. Zudem werden Freunde mit ihrem Wohnmobil dort sein, so dass wir eine Basisstation haben.

Sie trainieren in den französischen Alpen, nehmen an Wettkämpfen in den Pyrenäen teil. Da sollte der Feldberg doch ein Klacks sein, oder?

Natürlich ist der Feldberg verglichen mit den Bergen in den Alpen ein kleiner Hügel. Dazu ist die Straße, die von der Hohemark auf den Gipfel führt, nicht sonderlich steil und auch die Abfahrt ist technisch relativ anspruchslos. Die Strecken in den Pyrenäen sind schwieriger. Baut man den Feldberg aber mehrmals in eine Tour ein, kann auch das sehr anspruchsvoll werden.

Haben Sie sich eine Marke als Ziel gesetzt?

Ja, insgeheim schon. Zwei mal zehn Aufstiege mit einer Pause von einer knappen Stunde sollten es mindestens werden. Wenn dann noch Zeit ist, gerne auch mehr.

2006 ereilte Sie die Diagnose Hodenkrebs. Wie sind Sie damit umgegangen und wie haben Sie sich ins Leben zurück gekämpft?

Ich hatte das Glück, dass ich eine recht gut behandelbare Tumorart hatte. Die Chemotherapie und die Unsicherheit während der Behandlung waren natürlich eine enorme Belastung. Doch ich konnte mir immer einreden, dass ich nach der Behandlung wieder gesund sein werde. Glücklicherweise hatte ich sehr gute Ärzte. Auch meine Frau hat mich die ganze Zeit unterstützt. Sie sagte immer, ich sei viel zu stur, als dass ich mich von dem Krebs kleinkriegen lasse. So ist es dann ja auch gekommen.

Was waren bislang Ihre größten sportlichen Erfolge?

Für mich persönlich war das meine erste Qualifikation für den Ironman in Hawaii nach meiner ersten Chemotherapie sowie das Rennen nach meiner zweiten Chemotherapie. Rein sportlich gesehen waren Platz acht beim Embrunman im Jahr 2013 und der zweite Platz beim Altriman im vergangenen Jahr sicherlich die Höhepunkte.

Welche Rolle spielte der Sport beim Genesungsprozess?

Ich denke, dass ich durch die vielen Trainingseinheiten die Therapie sicherlich besser verkraftet habe, als andere Menschen. Gleichzeitig war es natürlich auch deprimierend, schon nach den kleinsten Belastungen komplett erschöpft zu sein. Der Gedanke an den Sport war aber immer eine Motivation, die Therapie zu überstehen.

Welche Spendensummen erhoffen Sie sich am Samstag?

Es sind bisher 54 Euro pro Anstieg. Wobei sich einige Teilnehmer noch nicht in der Höhe festgelegt haben. Da muss ich noch etwas nachbohren. zin

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