Aus Ahnungslosen ein Team geformt

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Das Hornets-Softball-Team mit Trainer Thorsten Procher.

Bad-Homburg – Während die Baseball-Profis in den USA die Meisterschaft in der Major-League ausspielen, wird auch im Taunus eifrig geworfen, geschlagen und gefangen. Die Schüler der Homburg Hornets sind deutscher Vizemeister, die Juniorinnen zählen bundesweit ebenfalls zur Spitze.

Mehr Informationen zu den Hornets sind auf der Internetseite der Vereins zu finden.

Talente aus den eigenen Reihen werden auch benötigt, wie das Abschneiden der Ersten Mannschaft in der Bundesliga zeigt. „Die Mannschaft ist enger zusammen gerückt und die Jungs sind auch alle für sich noch mal ein Stück gewachsen“, freut sich Deanna Rockenbach. Dabei kann sich die Geschäftsführerin der Homburg Hornets ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Kleinsten sind beim Baseball-Klub aus der Kurstadt derzeit die Größten. Als Hessenmeister gingen die Bad Homburger Schüler hoch motiviert in das Turnier um die Deutsche Meisterschaft in Dreieich und holten sich den Vizetitel. Für die Truppe von Cheftrainer Marty Hanson ein riesiger Erfolg. Die kleinen Hornissen stellten die jüngste Mannschaft im Teilnehmerfeld und erzielten vom Punkteschnitt her das beste Ergebnis.
Wenn man bedenkt, dass die Gegner oft mindestens einen Kopf größer waren, kann man den Finaleinzug nicht hoch genug bewerten“, sagt Nachwuchstrainer Thorsten Procher. Jedes Spiel ist eigentlich ein Kampf „David gegen Goliath“ gewesen. Der „David“ setzte sich gegen Lüneburg, Saarlouis und Berlin durch, ehe Solingen im Endspiel dann doch eine Nummer zu groß war. „Die Mannschaft hat hart gearbeitet und war hoch motiviert. Unser Ziel war es, Hessenmeister zu werden. Das haben wir geschafft und jetzt auch bei den Deutschen Meisterschaften viel erreicht“, sagt Hanson. Der Vizetitel war der zweitgrößte Erfolg für eine Homburger Schülermannschaft nach der Meisterschaft von 1997.

In Bad Homburg greifen auch Mädchen zum Baseball-Schläger.

Und dieser kommt nicht von ungefähr. 50 Jugendliche umfasst der Nachwuchsbereich bei den Hornets – Tendenz steigend. Auch bei den Mädchen findet Softball, wie die Variante im Jugend- und Frauenbereich bezeichnet wird, immer mehr Anklang. Dabei leisteten die Homburger sogar Pionierarbeit: „Vor zwei Jahren haben wir das erste Softball-Team für Juniorinnen in Hessen gegründet“, erzählt Procher stolz.
20 Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren zählen mittlerweile zum festen Stamm. Sie spielen in der so genannten Perspektiv-Liga. Bei der Endrunde zu den deutschen Meisterschaften reichte es diesmal für den achten Rang. „Die Platzierung ist nebensächlich. Wir haben aus einer Gruppe zunächst ahnungsloser Mädchen ein Team geformt, das die Spielidee verstanden hat und mit viel Spaß bei der Sache ist“, sagt Procher. Um den Unterbau für die Damen-Landesliga-Mannschaft nachhaltig zu fördern, soll demnächst ein Team für Schülerinnen aufgebaut werden.

Auch die Bundesliga-Mannschaft der Männer kann Unterstützung aus den eigenen Reihen gut gebrauchen. Der sportliche Absteiger hielt die Klasse nur, weil die Aufstiegsanwärter aus der Zweiten Liga auf die Relegation verzichteten. „Ich hoffe und erwarte, dass die Saison für uns lehrreich gewesen ist und wir im nächsten Jahr besser aussehen“, so Hornets-Sprecher Roland Spitzegger. Gezielte Nachwuchsarbeit könnte dafür ein Baustein sein. Unter der Leitung von US-Trainer Marty Hanson finden regelmäßig Schnuppertage an den Schulen im Taunus statt. Das Angebot soll erweitert werden.

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