Äthiopier ist Favorit bei neuem Lauf für Flüchtlinge in Dieburg

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Damy Alamo Sambata (Zweiter von rechts) geht beim neuen Dieburger Volkslauf als Favorit auf die Strecke. Mit ihm freuen sich die ED-Mitglieder (von links) Matthias Hartnagel, Holger Hinze und Michael Krause auf den Spendenlauf für Flüchtlinge.

Dieburg – Bei seinem neuen Volkslauf durch den Schlossgarten am 16. April hofft der FV Erfrischend Defensiv Dieburg auf Spenden und die Teilnahme vieler Flüchtlinge. Unter den Favoriten ist ein Asylbewerber aus Äthiopien. Von Jens Dörr

Die Laufszene des Rhein-Main-Gebiets wird um ein Angebot reicher: Am Samstag, 16. April, veranstaltet der FV Erfrischend Defensiv Dieburg (EDD) erstmals einen Fünf-Kilometer-Lauf im Dieburger Schlossgarten. Das Sportereignis hat das Organisationsteam mit Ideengeber Dominik Schreiber und EDD-Präsident Sebastian Memminger unter den Titel „Spendenlauf mit und für Flüchtlinge“ gestellt. Der Erlös, darunter die Startgelder, wird dem Dieburger Asylkreis übergeben. Preise gibt es für die drei schnellsten Männer und die drei schnellsten Frauen.

Asylbewerber sammelt Siege am Fließband

„Wir hatten zunächst völlig unabhängig von den Gedanken an die Flüchtlinge darüber nachgedacht, einen Volkslauf zu organisieren“, sagt Matthias Hartnagel, der bei den „Erfrischend Defensiven“ die Öffentlichkeitsarbeit mit betreut. Das hänge damit zusammen, dass bei ED Dieburg nicht nur gekickt werde, sondern sich einige Mitglieder dem Laufen und dem Triathlon verschrieben hätten.

Zum Pressetermin brachten Hartnagel und die EDD-Mitglieder Michael Krause und Holger Hinze echte läuferische Verstärkung mit: Der Äthiopier Damy Alamo Sambata tritt beim Lauf als Pate für die Flüchtlinge auf und ist zugleich der große Favorit. Sambata wurde in seiner Heimat politisch verfolgt und lebt seit anderthalb Jahren im Dieburger Asylbewerber-Heim am Nordring. Vor einem Jahr trat er beim Gersprenzlauf in Münster erstmals bei einem sportlichen Wettkampf an und gewann prompt die zehn Kilometer. Seither sammelte er bei 10.000-Meter-Läufen wie Halbmarathons in der Region Sieg um Sieg. Seine Bestzeit über die 21,1 Kilometer liegt aktuell bei einer Stunde und elf Minuten. „Laufen bedeutet für mich Hoffnung“, sagt Sambata, der am liebsten seinen Lebensunterhalt mit dem Sport finanzieren würde, wenn er dauerhaft bleiben darf.

200 Startplätze sind zu vergeben

Integriert wurde Sambata bereits beim TV Hergershausen, der wegen der noch bestehenden Sprachprobleme seine Starts organisiert und ihn mittrainieren lässt. Am 16. April setzt ED Dieburg nicht nur auf den Äthiopier, sondern auf viele andere Flüchtlinge. Deshalb hat der Verein auch Plakate auf Arabisch und Englisch drucken lassen und in der Dieburger Unterkunft aufgehängt.

Mindestens 200 Startplätze zu je fünf Euro Startgeld kann der Verein vergeben. Start und Ziel ist an der Schlossgartenhalle, gelaufen werden zwei 2,5 Kilometer lange Runden durch den Schlossgarten. Startschuss ist um 15 Uhr. Mehr Informationen unter www.ed-dieburg.de.

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