„Otsche" verlässt die SGE: Wie bei vielen Vorgängern ein Fehler?

Bastian Oczipka: Deine Karriere ist jetzt in Gefahr!

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Bastian Oczipka will auf Schalke den nächsten Schritt seiner Karriere machen. Wird es zum Rückschritt?

Frankfurt – Bastian Oczipka trägt ab der neuen Saison das Trikot der Königsblauen auf Schalke. Aber Achtung! Der EXTRA TIPP erinnert an die vielen Ex-SGE-Kicker, die einst auch dem Ruf des Geldes gefolgt sind – und deren Karriere dann hinüber war. Von Oliver Haas

Bastian Oczipka spielt nicht mehr für die Eintracht. Er schnürt in der neuen Saison die Schuhe fürs Gazprom-Dollar-Paradies Schalke. Es sei ihm gegönnt. Allerdings will der EXTRA TIPP ihn auch warnen: „Achtung Otsche: Jetzt ist deine Karriere in Gefahr!“ Es wäre nicht der erste Eintracht-Kicker, der die Mainmetropole verlassen hat, um dann zwar mehr Geld auf dem Konto, aber auch die Karriere in den Sand gesetzt zu haben. Wir erinnern an:

Albert Streit

Albert Streit: Wechselte 2008 nach Schalke.

2008 wechselte Albert Streit nach Schalke. Bei der Eintracht war er als Mittelfeldregisseur eine tragende Säule. Schoss geniale Freistöße und war einer der Leistungsträger. Der gebürtige Rumäne hatte als Spieler des „Teams 2006“ Ambitionen, deutscher Nationalspieler zu werden. Aber nach seinem Wechsel in den Ruhrpott ging es nur noch bergab. In drei Jahren kam er auf magere 14 Einsätze. Wurde zum 1. FC Köln ausgeliehen, wo er ebenfalls auf keinen grünen Zweig kam. Am Ende wurde er zur Schalker Amateur-Mannschaft abgeschoben. Und zoffte er sich mit den Knappen sogar vor Gericht.

Patrick Ochs

Patrick Ochs: Wechselte 2011 nach Wolfsburg.

Als die Eintracht 2011 zum vierten Mal abgestiegen war, verließ Patrick Ochs die SGE als etablierter Stammspieler nach sieben Jahren Richtung Wolfsburg. Dort konnte sich der Rotschopf nie durchsetzen. Auch ausgeliehen nach Hoffenheim war er nur Ersatz. Seit 2016 ist er wieder in der alten Frankfurter Heimat. Für den FSV kickt er in der Regionalliga.

Sebastian Jung

Sebastian Jung: Wechselte 2015 nach Wolfsburg.

Wie groß war die Freude unter den Eintracht-Fans, als 2014 nach einer gefühlter Ewigkeit mit Sebastian Jung wieder ein Adler das Nationalmannschafts-Trikot für ein A-Länderspiel überzog. Das Eigengewächs aus der Jugend gehörte zur großen Zukunftshoffnung des Vereins. Der Ex-Bäckerlehrling spielte seit seinem achten Lebensjahr für die Eintracht. Im Jahr 2015 verließ er die SGE dann für ein Engagement in Wolfsburg. An die Leistung, geschweige denn in die Nähe des Kaders der Nationalmannschaft, reichte es seit dem Wechsel nie mehr heran.

Pirmin Schwegler

Pirmin Schwegler: Wechselte 2015 nach Hoffenheim.

Pirmin Schweglers Weggang 2015 nach Hoffenheim durch die Hintertür schmerzte die Fans. In Frankfurt war er als Mannschafts-Kapitän absolute Identifikationsfigur. Beim Dietmar Hopp-Klub war schnell klar: Er ist nur einer von vielen. Der Schweizer wurde vom Fluch vieler Verletzungen heimgesucht. Die starke Form, die er bei der Eintracht oft zeigte, konnte er nie mehr abrufen. In der neuen Saison versucht er einen Neuanlauf bei Aufsteiger Hannover 96.

Die aktuellen Eintrachtspieler konzentrieren sich stattdessen voll auf den Saisonauftakt. Der fällt in diesem Jahr allerdings anders aus als gewohnt. Statt des traditionellen Frankfurt Main Finance Cups gibt‘s ein Benefizspiel gegen den FSV Frankfurt. dpa/skk

Das waren die SGE-Tops der letzten zehn Jahre

Frankfurt erreicht 2:2 beim FC Porto in Europa League
Sebastian Jung (2009) Das Frankfurter Eigengewächs aus Königstein entwickelte sich zu einem der besten Rechtsverteidiger der Bundesliga. War 2014 der erste SGE-Spieler seit langer Zeit, der auch wieder den Bundesadler auf dem Trikot trug. © dpa
Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen
Pirmin Schwegler (2009) War fünf Jahre lang bei der Eintracht eine echte Identifikationsfigur. Als Taktgeber im Mittelfeld brillierte er mit klugen Pässen in die Spitze. Aber sorgte auch mit seiner besonnenen Art für die nötige Spielberuhigung. © dpa
Sebastian Rode
Sebastian Rode (2010) Der Ex-Offenbacher war für die Position des „Sechser“ prädestiniert. Vier Jahre lang war er fast durchweg Leistungsträger bei der SGE. Klopfte immer wieder an die Tür der Nationalmannschaft. © dpa
Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen
Stefan Aigner (2012) Der Stern des Flügelflitzers leuchtete vor allem in der Hinrunde nach dem Wiederaufstieg auf. Mit seiner schnörkellosen, offensiven Spielweise und neun Treffern schoss er die SGE sensationell in die Europa-League. © dpa
Eintracht: Zambrano will gegen Mainz mit Risiko spielen
Carlos Zambrano (2012) Eisenhart und immer dorthin, wo es wehtut. Das war die Spielweise des Peruaners. Er galt als „Bad Boy“ der Bundesliga, aber die Qualität stimmte. Weltklassegegner wie Lewandowski können ein Lied davon singen. © dpa
Kevin Trapp
Kevin Trapp (2012) Als er es schaffte, den „ewigen Oka“ aus dem Tor dauerhaft zu verdrängen, war klar: Das wird ein ganz Großer. Und das wurde er. Spielt jetzt beim europäischen Spitzenklub Paris Saint Germain und ist Nationalspieler. © dpa
Eintracht Frankfurt - Darmstadt 98
Makoto Hasebe (2014) Japans Nationalmannschaftskapitän überzeugte von Anfang an im defensiven Mittelfeld durch ballsichere, intelligente Spielweise. Leider wirkt er oft zu giftig auf dem Platz. Hat er bei seiner Klasse eigentlich nicht nötig. © dpa
FC Augsburg - Eintracht Frankfurt
David Abraham (2015) Für 1,5 Millionen Euro von Hoffenheim verpflichtet, erwies sich der Argentinier als Schnäppchen. Und das nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Der pfeilschnelle Verteidiger gilt als extrem beliebt im Team. © dpa
Party-Befehl von Hradecky: "Heute trinken wir nur Bier"
Lukas Hradecky (2015) Groß war die Befürchtung, dass Trapp nicht ersetzt werden kann. Der Finne machte diese Angst schnell zunichte, rettete der SGE viele Punkte. Und hatte nach drei Elferschießen wesentlichen Anteil am Pokalfinal-Einzug. © dpa
Eintracht Frankfurt - Jesus Vallejo
Jesús Vallejo (2016) Unfassbar, wie abgezockt die 19-jährige Real-Leihgabe in der Bundesliga gespielt hat. Ohne ihn hätte die SGE niemals so viele Punkte in der vergangenen Hinrundensaison geholt und wäre wohl abgestiegen. © dpa

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