Auf acht Rollen zum Erfolg

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Haben Spaß am Rollkunstlauf in Friedrichsdorf (von links): Helena Dambacher, Jessica Baumgarten, Julia Büschler und Lea Schauer.

Friedrichsdorf – Direkt neben dem Park an der Friedrich-Jahn-Straße in Friedrichsdorf ziehen mehrere Rollkunstläufer auf der Freibahn ihre Runden. Bei Wettbewerben sind die Sportler der TSG Friedrichsdorf auf gutem Kurs: Erst kürzlich waren sie bei den Hessischen Meisterschaften erfolgreich. Von Ingrid Zöllner

Schon seit rund 20 Jahren steht Verena Preis auf Rollen. „Ich habe damals vom Park aus die Läufer gesehen und wollte das auch machen“, erzählt die 26-Jährige, die bei der TSG Fachwartin und Trainerin ist. Ihr hat vor allem das Tänzerische gefallen. „Rollkunstlaufen gleicht in vielen Elementen dem Eiskunstlaufen. Die Sprünge sind teilweise identisch“, sagt Preis. Im Gegensatz zum Eiskunstlauf können die Rollkunstläufer ihre Elemente aber auf verschiedene Arten präsentieren: „Es gibt Pirouetten, da belastet man nur die zwei hinteren oder zwei vorderen Rollen. Oder beim Laufen wird das Gewicht auf die zwei äußeren oder die beiden inneren Rollen verlagert“, erläutert die Friedrichsdorferin. Rollschuhe sind übrigens deutlich schwerer als Schlittschuhe.

Die beiden Preis-Schwestern trainieren Schüler und sind selbst erfolgreich: Verena (rechts) und Angela auf der Rollkunstbahn des TSG Friedrichsdorf.

In Schnupperkursen können Kinder ab vier Jahren einen Einblick in die Sportart bekommen. „Es ist von Vorteil, wenn sie Ballett tanzen, aber das ist keine Bedingung“, sagt Preis, die in Frankfurt Psychologie studiert. Wer am Anfang noch Angst hat, darf Schoner tragen. „Das Fallen üben wir, damit man sich beim Sturz richtig abstützt“, erzählt sie. Die Kinder sollen lernen, dass es nicht schlimm ist, wenn man einmal fällt. Die Bahn besteht aus einem hellen Terrazzo-Boden, auf dem mehrere dunkle Schleifen und Bögen eingezeichnet sind. „Die Bögen werden für die Pflicht benötigt, die Richter achten auf Haltung und dass die Spur eingehalten wird“, erklärt die 26-Jährige.

45 Kinder und Jugendliche proben derzeit beim Verein, darunter auch drei Jungen. Etwa 15 von ihnen treten bei Wettbewerben an. Sie trainieren in der Hauptsaison fast täglich, wenn es nicht regnet, denn die Anlage ist nicht überdacht. Im Winter wird das Training in die Turnhalle verlagert. „Wir hoffen, dass wir beim Sportpark berücksichtigt werden und zumindest eine überdachte Rollkunstbahn erhalten“, sagt sie. Die Stadt Friedrichsdorf plant eine zukunftsfähige Sportstätte, von der alle Vereine der Stadt profitieren sollen.

Trainiert wird montags ab 17 und freitags ab 15.30 Uhr. Den Kleineren führt Verena Preis die Elemente vor und hilft ihnen, die korrekte Stellung einzunehmen. Anfänger laufen zweimal in der Woche auf Rollschuhen. Später kommen zu den zwei Clubeinheiten zwei Einzeltrainings hinzu. „Man braucht Kondition, wir kümmern uns einmal in der Woche um den Muskelaufbau oder üben auf der Drehscheibe“, erzählt Preis. Die aufwendig mit Pailletten und Steinen besetzten Kostüme von ihr und den anderen Kindern der TSG näht ihre Mutter selbst per Hand.

Ihre Schwester Angela ist auch mit von der Partie; die 22-Jährige betreut ebenfalls einige Schützlinge. „Es ist in erster Linie ein Sport für Kinder und Jugendliche. Ich bin mit meinen 26 Jahren schon relativ alt“, sagt die Friedrichsdorferin, die schon erfolgreich bei mehreren Meisterschaften war. Sie holte zweimal den Deutschen Meistertitel, war mehrmals bei den Süddeutschen auf den vorderen Plätzen, nahm dreimal an der Europameisterschaft teil: „Der sechste Platz in der Pflicht war dort für mich wohl der größte Erfolg.“

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