Friedrichsdörfer Matti Urbach startet bei der deutschen Meisterschaft

Abheben auf acht Rollen

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Erfolgsteam bei der TSG: Angela Preis (von links), Matti Urbach, Gabriela und Verena Preis.

Friedrichsdorf – Sie waren der Hit in den 80er Jahren und wurden von Inline-Skates weitgehend verdrängt. Für einige sind sie sogar ein Sportgerät: Rollschuhe. Matti Urbach ist einer der wenigen Jungs, die sich auf den kleinen Rädern kunstvoll in die Luft schrauben können. Von Andreas Einbock

Wenn Matti Urbach seine Kreise auf der 40 mal 20 Meter große Terrazobahn an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße zieht, dann fällt er auf. Und das liegt nicht nur an seinem schwarzen Clown-Kostüm. „Ja, in der Tat haben wir nicht viele Jungs. Er ist einer von drei bei uns“, sagt Verena Preis. Die 25-Jährige ist amtierende deutsche Meisterin und zählt mit ihrer Schwester Angela zu Deutschlands besten Sportlerinnen auf den Rollen. Preis trainiert die 20 Rollkunstläufer bei der TSG Friedrichsdorf. Mit bis zu sechs Trainingseinheiten pro Woche will sie Urbach an die nationale Spitze führen.

„Zeig‘ mal deine Vorwärtswaage“, gibt Preis ihrem 12-jährigen Schützling Anweisung und schiebt Hinweise hinterher: „Streck dich, Kopf hoch, nicht so viel Drehung in den Körper. Bisschen früher in den Sitz, dass du nicht so viel Schwung verlierst.“

Im Prinzip ähnelt das kunstvolle Laufen auf vier Rädern dem Eiskunstlauf. Auch die Elemente wie Toelop, Salchow, Flip, Lutz, Axel oder Rittberger werden im Rollkunstlauf gezeigt. „Unterschiede gibt‘s vor allem bei den Pirouetten. Eine Inverted sieht man nur ganz selten auf dem Eis“, sagt Preis und deutet die Drehung in Rückenlage an. Eine höher Punktzahl gibt es, wenn man sich bei einer Pirouette auf die hinteren beiden Rollen steht.

Ein Wettkampf beginnt immer mit einer zirka dreiminütigen Pflichtübung, bei der man je drei Achten und drei Schlingen auf vorgezeichneten Linien präzise fahren muss. Preis: „Das richtige Rollkunstlaufen ist aber eher in der Kür zu sehen.“ Die ist unterteilt in eine 2:15 Minuten langen Kurzkür und einer Langkür über vier Minuten.

In beiden Küren kommt es auch auf die Pirouetten an, was für Matti Urbach noch nicht von Vorteil ist. „In den Sprüngen bin ich besser“, sagt der Nachwuchsläufer und ergänzt: „Der Doppelflip ist mein Lieblingssprung.“

Den will er auch bei der deutschen Meisterschaft am kommenden Wochenende in Bremerhaven zeigen. Gegen sieben Konkurrenten muss er sich dann in seiner Altersklassen behaupten. „In der Pflicht komme ich schon an die Superläufer ran. Aber in der Kür fehlt mir noch etwas“, sagt Urbach und ergänzt: „Eine Medaille will ich aber schon haben.“

Das ist auch das Ziel der anderen fünf Starterinnen, die für die TSG bei der deutschen Meisterschaft auf Titeljagd gehen werden.

Matti Urbach bei seinem Lieblingssprung. Den Flip in der Luft beherrscht er besser als die Drehungen am Boden. Foto: ane

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