Rebensburg: Zwei Siege in 24 Stunden!

+
Viktoria Rebensburg gewann zwei Mal binnen 24 Stunden

Ofterschwang - Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg hat beim Weltcup in Ofterschwang den zweiten Riesenslalom-Sieg binnen 24 Stunden gefeiert. Maria Höfl-Riesch schied derweil aus.

Viktoria Rebensburg schlug ungläubig die Skistöcke über ihrem Helm zusammen. Dass sie auch den zweiten Riesenslalom beim Weltcup in Ofterschwang binnen 24 Stunden gewinnen würde, das hatte die Olympiasiegerin selbst nicht erwartet. „Schon der Tag gestern war wie ein Traum. Heute war es noch eine Draufgabe. Das kann man nicht in Worte fassen. Es ist ein genialer Tag“, sagte die 22-Jährige aus Kreuth nach ihrem sechsten Sieg im Weltcup, der sie in der Disziplinwertung ganz nah an eine erfolgreiche Titelverteidigung heran brachte.

Schön im Schnee: So entzückend sind die deutschen Wintersport-Damen

Schön im Schnee: So entzückend sind die deutschen Wintersport-Damen

135 Punkte Vorsprung hat Rebensburg bei noch zwei ausstehenden Rennen auf Lindsey Vonn (USA). „Das aufzuholen, wird schwer, da müsste die Viktoria schon nicht starten oder zweimal ausfallen“, sagte Alpindirektor Wolfgang Maier, der Rebensburg für die „taktisch clever angelegte“ Fahrt im Finale lobte. Mit 0,85 Sekunden Vorsprung war sie in den zweiten Lauf gegangen, in dem viele mit der schwierigen Kurssetzung haderten - so auch Maria Höfl-Riesch und Lena Dürr, die an derselben Stelle ausschieden. Rebensburg fuhr klug und rettete mit der drittschlechtesten Laufzeit 0,26 Sekunden Vorsprung auf Vonn ins Ziel.

„Viki? Cool!“, meinte Maier. Mannschaftlich, ergänzte er, sei das aber „nix gewesen“. Mit Veronique Hronek (Unterwössen) auf Rang 17 war nur eine weitere Deutsche in den Punkten. Höfl-Riesch (Partenkirchen) und Dürr (Germering) riet Maier „mit sich selbst ein bisschen kritisch zu sein“. Bei der Besichtigung habe das Trainerteam darauf hingewiesen, wie die Kuppe, die den beiden zum Verhängnis wurde, zu fahren sei. Dass Höfl-Riesch und Dürr dennoch beide an diesder Stelle rausflogen, „kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Maier.

Dürr schrieb ihr zweites Aus in Ofterschwang auch einer Erkältung zu, die sie Kraft gekostet hätte. Höfl-Riesch, die ebenfalls am Freitag schon einmal gescheitert war, fand's „brutal bitter. Das war eine schwierige Stelle, aber ich habe das von der Geschwindigkeit her ein bisschen unterschätzt.“ Rang zwei im Gesamtweltcup hinter Vonn, den die Titelverteidigerin noch erreichen will, ist nun schon 168 Punkte weg. Tina Maze (Slowenien), die diesen Platz belegt, kam in Ofterschwang auf die Ränge zwei und drei.

Rebensburg ist immerhin Achte in dieser Wertung. Ihre Trainer trauen ihr zu, in naher Zukunft oben angreifen zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sie sich zuletzt breiter aufgestellt, der „Riesen“ kam da etwas zu kurz. Dem „konsequenten Training“ in ihrer Spezialdisziplin vor Ofterschwang schrieb sie nun die Erfolge zu. Maier fand ihren ersten Lauf „vom Allerfeinsten. So habe ich eine Frau sehr selten Riesenslalom fahren sehen.“ Vonn lobte: „Sie hat mit das beste Schneegefühl, das ich jemals gesehen habe. Sie wird in den kommenden Jahren eine der großen Favoritinnen auf den Gesamtweltcup sein.“

Gerne hätte sich auch Kathrin Hölzl den 8000 Fans präsentiert. Die frühere Weltmeisterin musste jedoch abermals auf den geplanten Start als Vorläuferin verzichten. Die Rheuma-Attacke von Donnerstagabend wirkte immer noch nach, die Bischofswiesenerin konnte zwischenzeitlich kaum ihre Beine bewegen. Für Hölzl war es auf dem langen und beschwerlichen Weg zurück nach schwieriger Krankheit ein Rückschlag. Um der Ursache dafür nachzugehen, soll sie einen Spezialisten in München aufsuchen, wie Maier ankündigte.

Auch am Samstag hatte das Ambiente am Ofterschwanger Horn kaum etwas von Winter. Vonn und ihre Teamkolleginnen Julia Mancuso und Resi Stiegler fuhren bei der Besichtigung mit Skimütze, Sonnenbrille und in luftigen Tops. „Es ist sehr angenehm und cool, hier zu fahren, ein schönes Ende einer langen Saison“, sagte Vonn. Ende? Sieben Rennen stehen noch aus, das erste am Sonntag mit dem Slalom in Ofterschwang. „Ich hoffe, dass es dafür reicht“, sagte Höfl-Riesch mit Blick auf die weicher werdende Piste. Maier hat da weniger Bedenken: „Was die Pisten-Leute hier an Arbeit leisten, ist der Hammer. Die sind weltklasse.“

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare