"Angsthase" Nadal lüftet Geheimnisse

+
Rafael Nadal mit dem Pokal zum Sieg bei den French Open

Frankfurt/Main - In seiner Autobiografie lüftet Tennis-Superstar Rafael Nadal etliche Geheimnisse. Für seine Schwester ist er ein kleiner Angsthase. Seine Mutter geht ins Detail.

Tennisstar Rafael Nadal gewährt in seiner am Donnerstag (5. April) in deutscher Sprache erscheinenden Autobiografie „Rafa - Mein Weg an die Spitze“ bewegende Einblicke in sein Leben. In dem Buch, das der sechsmalige French-Open-Sieger gemeinsam mit dem britischen Journalisten John Carlin geschrieben hat, kommen auch Familienmitglieder Nadals zu Wort.

So verrät Mutter Ana Maria Parera einiges über die andere Seite des spanischen Tennis-Matadors: „Tief im Inneren ist er ein sensibler Mensch voller Ängste und Unsicherheiten. Er mag zum Beispiel die Dunkelheit nicht, schläft lieber bei Licht und laufendem Fernseher. Gewitter mag er auch nicht.“ Für Schwester Maribel ist ihr Bruder „ein bisschen ein Angsthase“. Als Patentante Marilen erfuhr, dass der abseits des Courts technisch wohl eher unbegabte Nadal seinen Führerschein gemacht hatte, rief sie: „Was für eine Gefahr für uns alle.“

Dass seine Familie ihm über alles geht, beweist das Kapitel „Das verlorene Paradies“, in dem Nadal überraschend offen über die Trennung seiner Eltern und seine Gefühlslage erzählt. „Das brach mir das Herz“, schreibt der 25-Jährige über die Krise. Auch die diffizile Beziehung zu seinem Onkel und Langzeittrainer Toni wird beleuchtet. Dabei findet Nadal durchaus kritische Worte für den autoritären Führungsstil und den rüden Umgangston des Coaches, der den Neffen einst als „Mama-Kind“ bezeichnete.

Nadal berichtet außerdem, dass seine Karriere vor sieben Jahren wegen einer seltenen Erbkrankheit sogar vor dem Ende stand. Er gibt zu, vor den Matches unter Pinkel-Attacken zu leiden und unter der Dusche schon mal jämmerlich geheult zu haben. Beim Betreten des Platzes passiert dann die Verwandlung. „Du musst dich mit einem Schutzschild umgeben, dich in einen unblutigen Kämpfer verwandeln. Es ist eine Art Selbsthypnose, ein todernstes Spiel. Solange ich spiele, erlaube ich mir nie auch nur ein Lächeln“, schreibt der Linkshänder. Je besser man die menschlichen Gefühle unterdrücke, umso höher seien die Siegchancen.

Sein eigenes Buch, das zunächst nur in englischer Sprache erschien, hatte der frühere Weltranglistenerste lange Zeit nicht gelesen. Nadal: „Ich weiß ja, was drin steht. Außerdem hätte es mir in einer fremden Sprache zu viel Mühe gemacht.“ Für Nadal-Fans ist „Rafa - Mein Weg an die Spitze“ eigentlich ein Muss. Selbst der größte Anhänger des Mallorquiners wird darin etwas finden, was er noch nicht wusste.

Rafael Nadal und John Carlin: „Rafa - Mein Weg an die Spitze“, Verlag Edel Hamburg, 256 Seiten, 19,95 Euro.

sid

Kommentare