Radprofi Kopp an Depressionen erkrankt

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Radprofi David Kopp

Köln - Radprofi David Kopp ist offenbar an Depressionen erkrankt. Der frühere Gewinner des deutschen Radklassikers Rund um Köln befindet sich derzeit in Therapie bei dem Psychologen Valentin Markser.

Markser hatte zuvor unter anderem den ehemaligen Nationaltorhüter Robert Enke betreut. Enke hatte im November 2009 in Folge schwerer Depressionen Selbstmord begangen.

“Ich habe mich Anfang Mai in der Uniklinik Köln in stationäre Behandlung begeben, wo dann eine schwere depressive Episode festgestellt wurde“, sagte Kopp dem Internetportal “Radsport-News“ und ergänzte: “Zum einen bekam ich Antidepressiva, die ich auch noch einige Monate nehmen muss. Zum anderen wurde viel psychologische Arbeit geleistet. Das war zunächst äußerst unangenehm. Ich musste lernen, mich zu öffnen, musste meine Vergangenheit aufarbeiten, und zwar angefangen bei der Kindheit.“

Richtig ausgebrochen sei die Krankheit laut Kopp im April, nachdem er bei Rund um Köln nur den vierten Platz belegt hatte. Danach sei er vollkommen leer gewesen. “Das waren große Alarmsignale, aber ich habe sie ignoriert. Ich bin dann noch am 1. Mai das Rennen in Frankfurt gefahren, nach der Hälfte war bei mir aber der Ofen aus“, beschrieb Kopp den Krankheitsverlauf.

Angefangen habe die Krankheit bereits vor einigen Jahren, insbesondere nach seinem positiven Kokaintest im September 2008. Der anschließende Verhandlungsmarathon habe ihm “extrem zugesetzt“ und “psychisch kaputt gemacht“. Bei seinem Krankenhausaufenthalt habe er sich mit dem Thema beschäftigt und unter anderem auch das Buch von Sebastian Deisler gelesen. “Ich dachte immer: Einer der Depressionen hat, der ist bekloppt“, sagte Kopp, der sich zukünftig ein Leben ohne Sport vorstellen kann. In diesem Jahr war der 32-Jährige für das drittklassige Team Eddy Merckx-Indeland gefahren.

dapd

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