Freund enttäuscht

Prevc holt Quali-Sieg - Kraus überrascht

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Richard Freitag beim Skispringen in Bischofshofen.

Bischofshofen - Mit einem guten Auftritt bei der Qualifikation im letzten Vierschanzentournee-Springen in Bischofshofen können die DSV-Adler ein versöhnliches Finale bestreiten.

Österreichs Shootingstar Thomas Diethart hat seine Ambitionen auf den Gewinn der 62. Vierschanzentournee eindrucksvoll untermauert. Der Führende der Gesamtwertung belegte in der Qualifikation für das abschließende Springen in Bischofshofen den zweiten Platz hinter dem Slowenen Peter Prevc. Die deutschen Adler nährten immerhin Hoffnungen auf ein versöhnliches Ende: Marinus Kraus (Oberaudorf) und Richard Freitag (Aue) landeten auf den Rängen vier und sechs.

„Retten können wir die Vierschanzentournee hier nicht mehr. Es geht jetzt mehr um die Zukunft, und dass man sich nicht zu sehr runterziehen lässt“, sagte Bundestrainer Werner Schuster, der sich über eine geschlossene Mannschaftsleistung freuen durfte. Auch Andreas Wellinger (Ruhpolding/14.), Michael Neumayer (Berchtesgaden/19.), Andreas Wank (Oberhof/26.), Severin Freund (Rastbüchl/31.) und Karl Geiger (Oberstdorf/35.) sind am Montag (16. 00 Uhr/ZDF und Eurosport) dabei.

Simon Ammann, Zweiter der Gesamtwertung, blieb dagegen im Hotel. „Ich habe lange geschlafen und sogar das Frühstücksbuffet verpasst. Ein Ruhetag bringt mir viel“, sagte der Schweizer, der dank seiner Weltcup-Platzierung automatisch für den Wettkampf qualifiziert war. Als „Strafe“ wartet nun wie schon in Innsbruck das K.o.-Duell mit Diethart. Thomas Morgenstern, Dritter im Bunde, wurde nur Neunter.

Im deutschen Team konnte besonders Freitag lachen. „Es geht ein bisschen lockerer, und wir wissen, woran es liegt. Da kann man wieder gut arbeiten“, sagte der Sachse, der zuvor im strömenden Regen noch zwei schwache Trainingsdurchgänge gezeigt hatte. „Richard Freitag hat einen sehr guten Sprung gemacht, er hat eine hohe Selbstsicherheit und kommt langsam wieder rein“, sagte Schuster.

Auch Kraus war nach seinem Flug auf 138,5 Meter zufrieden: „Ich hoffe, dass ich zur guten Stimmung beitragen kann. Es macht Spaß, und wir sind alle locker drauf.“ Mehr Sorgen machte Freund, der als Mitfavorit in die Tournee gegangen war. „Was Severin macht, ist extrem aggressiv“, sagte Schuster: „Wenn wir sein System schließen, kann er vorne mitspringen. Das war eine ordentliche Leistung.“

Am Montag warten nun dicke Brocken, aber auch lösbare Aufgaben auf die DSV-Adler. Am schwersten hat es Wank, der auf Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer (Österreich) trifft, Freund tritt gegen Innsbruck-Sieger Anssi Koivuranta aus Finnland an. Auch Neumayer, als Zwölfter bester Deutscher der Gesamtwertung, hat es gegen Manuel Fettner (Österreich) nicht leicht, Freitag bekommt es mit Simon Greiderer aus Österreich zu tun.

Eiskalt blieb derweil Tournee-Favorit Diethart, dem bei verkürztem Anlauf 135,5 Meter zum zweiten Rang reichten. „Es sind noch ein paar Reserven. Aber ich bin ganz zufrieden. Ich brauche die Sprünge“, sagte der 21-Jährige. Vor dem letzten Springen führt der Garmisch-Gewinner die Gesamtwertung mit 716,1 Punkten vor den Olympiasiegern Ammann (706,7) und Morgenstern (700,7) an.

Die K.o.-Duelle der deutschen Springer

Sieben deutsche Skispringer haben sich für das Abschluss-Springen der 62. Vierschanzentournee am Montag (16.00 Uhr/ZDF) in Bischofshofen qualifiziert.

In den K.o. -Duellen des ersten Durchgangs kommt es zu folgenden Paarungen:

Severin Freund (Rastbüchl) - Anssi Koivuranta (Finnland)

Andreas Wellinger (Ruhpolding) - Jarkko Määttä (Finnland)

Richard Freitag (Aue) - Simon Greiderer (Österreich)

Michael Neumayer (Berchtesgaden) - Manuel Fettner (Österreich)

Karl Geiger (Oberstdorf) - Anders Fannemel (Norwegen)

Marinus Kraus (Oberaudorf) - Denis Kornilow (Russland)

Andreas Wank (Oberhof) - Gregor Schlierenzauer (Österreich)

ferner u.a.:

Simon Ammann (Schweiz) - Thomas Diethart (Österreich)

Thomas Morgenstern (Österreich) - Gregor Deschwanden (Schweiz)

sid

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