Porsche triumphiert bei Stuck-Abschied

Nürburg - Porsche hat das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewonnen. Im Mittelpunkt stand aber Hans-Joachim Stuck, der bei dem Klassiker in der Eifel ein emotionales Karriereende feierte.

Nach dem Triumph in der “grünen Hölle“ schwebte das Porsche-Quartett auf Wolke sieben, Rennlegende Hans-Joachim Stuck heulte dagegen wie ein Schlosshund in den Armen seiner Söhne Johannes und Ferdinand. Beim fünften Sieg des Team Manthey bei der 39. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring beendete der 60-Jährige am Sonntag mit einem beachtlichen 15. Platz seine Erfolgskarriere und stammelte danach völlig mitgenommen: “Es ist rum.“ Erst als die Abschiedstränen getrocknet waren, fand Stuck seine Sprache wieder. “Es war ein ganz tolles und besonderes Rennen. Jetzt kann ich meinen Söhnen nichts mehr beibringen, sie wissen nun alles über den Nürburgring“, sagte der ehemalige Formel-1-Pilot, der 1970 als 19-Jähriger die Premiere auf der legendären Nordschleife in der Eifel gewonnen hatte.

Auch die Konkurrenz verneigte sich vor dem Oldie, der in einem Lamborghini LG 600 mit seinen beiden Söhnen sowie Dennis Rostek ein tolles Rennen fuhr. “Größten Respekt, dass das Auto durchgehalten hat“, sagte Marc Basseng vom drittplatzierten Audi-Team. In einem spannenden und hochklassigen Rennen sicherten sich Marc Lieb aus Ludwigsburg, Timo Bernhard (Dittweiler) sowie die Schweizer Lucas Luhr und Romain Dumas im Porsche 911 GT3 RSR mit einem Vorsprung von knapp fünf Minuten den Sieg vor Titelverteidiger BMW. “Es war ein Wahnsinnsrennen, einfach brutal. Wir mussten bis zwei Stunden vor Schluss volle Pulle fahren. Es war ein geniales Rennen“, sagte Lieb.

Bernhard blieb es vorbehalten, das von den Konkurrenten eskortierte Siegerauto nach 156 Runden über die Ziellinie zu fahren. “Das waren Emotionen pur. Wir sind fehlerfrei durchgekommen und haben es allen gezeigt“, sagte er. “Porsche bleibt eben doch Porsche“, stellte Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender des Sportwagen-Herstellers, zufrieden fest. Bereits in den ersten Stunden erlebten die insgesamt 250 000 Fans ein Favoritensterben. Zunächst brach am zu Beginn führenden Ferrari F458 Italia GT des Hankook Team Farnbacher der rechte hintere Querlenker, dann verlor BMW viel Boden, als bei ein Wagen einen Defekt und ein zweites einen Unfall hatte. Dadurch übernahm der Hybrid Porsche vom Team Manthey für einige Runden die Führung. Nach einer Kollision mit einem Konkurrenten musste er jedoch zur Reparatur in die Box. Trotzdem blieb das Team Manthey in Führung und gab diese nicht mehr ab. Die Piloten erlebten nur einen Schreckmoment, als bei einem Boxenstopp die Tanksäule nicht funktionierte.

dpa

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