"Macht momentan keinen Spaß"

Heinz-Debakel bei Poker-WM - Hört er nun auf?

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Pius Heinz

Las Vegas - Bereits am ersten Tag der Poker-WM in Las Vegas kam für Pius Heinz das Aus. Wie die Zukunft des Weltmeisters von 2011 aussehen wird, ist völlig offen. Der 24-Jährige hat den Spaß am Spiel verloren.

Bei der Poker-WM in Las Vegas ist Pius Heinz allgegenwärtig. Wie in einer Ahnengalerie reihen sich im Amazon-Pokersaal des Rio Casino die überlebensgroßen Porträts der bisherigen Titelträger aneinander - das Bild des ersten und bisher einzigen deutschen Weltmeisters prangt mitten über dem Ein- und Ausgang. Fast unmöglich, dem Konterfei des 24 Jahre alten Gewinners von 2011 zu entgehen.

Wie lange sich seine Konkurrenten noch dem „echten“ Pius Heinz stellen müssen, ist völlig offen. Der Symbolfigur einer ganzen deutschen Spielergeneration ist die Lust abhanden gekommen. „Es macht momentan keinen Spaß, woran das liegt, weiß ich nicht. Es gab auch keinen Auslöser“, sagte Heinz dem SID: „Ich spiele eigentlich fast gar kein Poker mehr. Und ich weiß auch nicht, ob ich in naher Zukunft wieder verstärkt damit anfangen werde.“

8,7 Millionen Dollar hat er für seinen Sieg beim sogenannten Main Event im Jahr 2011 bekommen, doch wie schon 2012 schaffte er es auch diesmal wieder nicht in die bezahlten Plätze. Am Samstag kam sogar schon nach etwas mehr als acht Stunden am ersten Tag das Aus. Und obwohl er mittlerweile nach eigener Aussage überhaupt keinen Druck verspürt, war ihm die Verärgerung dennoch deutlich anzusehen.

„Ich bin eigentlich zufrieden, wie ich gespielt habe. Aber natürlich regt es einen auf, und man ist enttäuscht“, sagte Heinz, der anstelle seines berühmten weißen Kapuzenpullis von damals diesmal eine graue Ausführung trug: „Ich habe ja das riesengroße Glück, dass ich nicht pokern muss, um meine Rechnungen zu bezahlen. Und wenn mir der Spaß fehlt, verstehe ich nicht, warum ich spielen sollte.“

Zumal ihm auch so sein Platz in der Pokergeschichte sicher ist und die Menschen ihn zumindest in den pokerverrückten USA erkennen. Immer wieder muss er Autogramme schreiben, immer wieder posiert er für Fotos. „Das hat sich sicherlich in den letzten beiden Jahren am meisten geändert, dass ich jetzt erkannt werde“, sagte er.

Konkrete Pläne für die Zukunft und die nun deutlich mehr gewordene Freizeit hat er allerdings nicht. Die wieder gewonnene Freiheit will erst einmal ausgekostet werden. „Es ist noch nicht so lange her, dass ich Pause mache. Momentan genieße ich es noch, es ruhig angehen zu lassen. Was ich dann in den nächsten Monaten mache? Mal schauen“, sagte Heinz - und marschierte schnurstracks in Richtung Ausgang. Unter seinem Bild hindurch.

sid

 

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