Pokal: Bamberg feiert den Titel-Hattrick

+
Bambergs Casey Jacobsen (Mitte) umarmt einen Betreuer und wird von P. J. Tucker (r) mit Sekt überschüttet.

Bonn - Mit dem dritten Pokalsieg in Serie haben die Brose Baskets Bamberg ihre Ausnahmestellung im deutschen Basketball eindrucksvoll bestätigt und die Chance aufs historische dreifache Double gewahrt.

Erfolgstrainer Chris Fleming bekam unter dem Korb eine Weizenbierdusche, die Spieler besprühten sich gegenseitig mit Sekt, und die 400 mitgereisten Fans kamen aus dem Jubeln nicht mehr heraus. Der deutsche Basketball-Meister Brose Baskets Bamberg hat beim Top Four der Bundesliga durch ein 82:73 (46:35) gegen die Telekom Baskets Bonn den Pokal-Hattrick gefeiert und die Chance auf das dritte Double in Folge gewahrt.

Durch den dritten Pokalsieg in Folge schrieben die Bamberger Geschichte. Keiner anderen Mannschaft war bislang eine solche Erfolgsserie geglückt. Auch in der Meisterschaft spielen die Franken um den dritten Triumph nacheinander.

Die besten Bilder des Sportjahrs 2011

Die besten Bilder des Sportjahrs 2011

Lange nach der Schlusssirene bejubelten die erfolgsverwöhnten Anhänger aus Bamberg immer noch ihre Helden und erhielten ein Sonderlob von höchster Stelle. „Es war eine hervorragende Atmosphäre, eine riesige Stimmung. Unsere Fans waren absolut unglaublich“, sagte Fleming.

Während die Bamberger bereits den vierten Pokalsieg holten, muss der „ewige Zweite“ Bonn weiter auf den ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte warten. Nach 2005 und 2009 zog die Mannschaft von Coach Michael Koch erneut im Pokalfinale den Kürzeren. Bester Werfer der Bamberger war Marcus Slaughter mit 17 Punkten. Für Bonn kam Talor Battle auf 19 Zähler.

„Wir sind natürlich sehr zufrieden mit dem Spiel. Wir hoffen und sind auch überzeugt, dass unsere Titeljagd noch nicht beendet ist“, sagte Bambergs Manager Wolfgang Heyder, und Nationalspieler Tibor Pleiß ergänzte: „Das war eine klasse Leistung der ganzen Mannschaft. Immer wenn es nötig war, haben wir einen Gang höher geschaltet.“

Einen Tag nach dem schwer erkämpften Sieg im vorgezogenen Endspiel gegen das Überraschungsteam von ratiopharm Ulm (99:96 n.V. ) hatte Tabellenführer Bamberg mit dem fünfmaligen Vizemeister deutlich weniger Mühe. Das Team aus „Freak City“ kontrollierte im Gegensatz zum Halbfinalduell mit dem Tabellenzweiten Ulm jederzeit das Geschehen und dominierte vor allem unter den Körben.

Auch die lautstarke Unterstützung der vielen eigenen Fans konnte Bonn nicht helfen. Rund 5000 der insgesamt 6000 Zuschauer in der ausverkauften Halle drückten den Telekom Baskets am Wochenende die Daumen und sahen, wie sich ihre Mannschaft vergeblich mühte. Bonn konnte die Dominanz der Bamberger nicht brechen - wie alle anderen Bundesligisten in den vergangenen Jahren.

Bamberg holte in der Anfangsphase deutlich mehr Rebounds und hatte die bessere Trefferquote, nach den ersten Viertel führte der Titelverteidiger 29:17. Zur Halbzeitpause lag die Mannschaft von Chris Fleming einigermaßen komfortabel mit elf Punkten vorn.

Auch nach dem Seitenwechsel veränderte sich zunächst nichts. Bamberg bewahrte in der inzwischen aufgeheizten Stimmung kühlen Kopf und hielt Bonn weiter auf Distanz. Das Spiel blieb dennoch offen, weil Bonn im letzten Viertel noch einmal verkürzen konnte. 1: 09 Minuten vor Schluss traf Brian Roberts für Bamberg per Dreier zum 76:67 und sorgte für die Entscheidung. Bonn fand keine Antwort mehr.

Michael Koch will nach der neuerlichen Finalpleite möglichst schnell zur Tagesordnung zurückkehren. „Das größte Ziel sind die Play-offs. Die Hauptmahlzeit kommt noch“, sagte der ehemalige Nationalspieler. Die Erklärung für die Niederlage sei einfach. „Die Qualität des Bamberger Kaders ist größer, das hat man gemerkt. Wir können uns so gute Spieler nicht leisten.“

Ulm hatte wenige Stunden zuvor nach der Enttäuschung vom Vortag in Bonn zumindest das „kleine Finale“ gewonnen. Der Tabellenzweite setzte sich Spiel um Platz drei nach einem schweren Fehlstart mit 85:68 (38:45) gegen Vorjahresfinalist Phantoms Braunschweig durch. „Wir sind stolz auf den dritten Platz“, sagte Ulms Trainer Thorsten Leibenath: „Die Mannschaft zeigt in dieser Saison in jedem Spiel den Willen, gewinnen zu wollen.“

Ulm war die bittere Halbfinalniederlage vom Vortag deutlich anzumerken. Der Pokalsieger von 1996 verschlief die Anfangsphase komplett und lag schnell mit 0:16 hinten. Nach und nach arbeiteten sich die Donaustädter wieder heran, Ende des dritten Viertels ging der Favorit erstmals in Führung machte den Sieg im Schlussabschnitt perfekt.

sid

Kommentare