Bei Grand-Slam-Sieg nackter "Petko"-Dance

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Andrea Petkovic ist für ihren "Petko"-Dance bekannt.

Darmstadt - Andrea Petkovic hat sich für die kommende Tennis-Saison viel vorgenommen. Bei Olympia 2012 will sie mit Tommy Haas Doppel spielen, im Falle eines Grand-Slam-Siegs gibt es gar einen Nackt-Tanz. 

Andrea Petkovic sitzt in einem grauen Trainingsanzug im Vereinsheim des TEC Darmstadt und blickt entspannt auf die immer dichter werdenden Nebelschwaden vor dem Fenster. Der Urlaub ist beendet, seit Anfang der Woche trainiert Deutschlands beste Tennisspielerin wieder. Und der nächste große Auftritt lässt nicht lange auf sich warten. Am 29. November wird „Petko“ in der Darmstädter Centralstation ihr Debüt auf ungewohntem Parkett feiern. „Ich werde als DJ in der Lounge meine Lieblingsmusik auflegen“, sagte die 24-Jährige am Mittwoch und fügte schmunzelnd an: „Das wird saucool. Zumindest für mich, für die anderen vielleicht weniger.“

Geht es nach Trainer Petar Popovic, dann könnte Petkovic in der neuen Tennis-Saison auch auf dem Court den Ton angeben. „Nächstes Jahr kann sie große Titel gewinnen. Sie hat viel Erfahrung gesammelt und große Matches bestritten“, sagte der Serbe und versprach, bei einem Grand-Slam-Sieg seines Schützlings nackt den „Petko“-Dance zu tanzen.

Die Weltranglistenzehnte selbst hielt sich mit allzu kühnen Prognosen zurück. Die Spitze spiele noch „in einer anderen Liga. Nur wenn ich so spiele wie in den letzten Monaten, kann ich mich ihr annähern“, erklärte Petkovic, die ihre Ziele „nicht ergebnisabhängig“ machen will. „Aber wenn ich in einem Jahr ranglistenmäßig abgefallen wäre, wäre ich schon unzufrieden“, sagte sie.

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Mit drei Viertelfinal-Teilnahmen bei den Grand-Slam-Turnieren war sie die konstanteste Major-Spielerin 2011. Im Jahr 2012 soll der nächste Schritt folgen. Laut einer Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts promit im Auftrag des Sport-Informations-Dienstes (SID) trauen 35 Prozent aller Deutschen der Darmstädterin einen Grand-Slam-Sieg zu.

Petkovic hat aber noch ganz andere Ziele: Sie fiebert bereits den Olympischen Spielen 2012 in London und einem möglichen Mixed mit Tommy Haas entgegen. „Olympia war schon immer ein Kindheitstraum. Tommy Haas wäre mein Wunschpartner. Ich habe ihn in Wimbledon beobachtet. Er arbeitet so unglaublich hart. Da kann ich mich mit ihm identifizieren.“ Demnächst will Petkovic Haas anrufen, um ihn von ihrem Plan zu informieren.

Die Entscheidung, trotz eines Meniskuseinrisses im rechten Knie am Saisonende noch einige Turniere zu bestreiten, bereut sie auch im Rückblick nicht. Allerdings will die derzeit schmerzfreie Petkovic in Zukunft mehr auf ihre Gesundheit achten. „Ich muss mehr auf körperliche Anzeichen hören. Ich werde nicht noch länger als sechs, sieben Jahre spielen. Wenn die Gesundheit nicht mehr mitmacht, vielleicht noch weniger“, sagte die Fed-Cup-Spielerin und gestand Ängste vor einem gesundheitsbedingten Karriereende ein: „Denn Tennis war immer die einzig feste Konstante in meinem Leben.“

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Obwohl ihr in der neuen Saison im Juristen Jörg Fischer der Steffi-Graf-Berater zur Seite steht, will Petkovic weiter ihre eigenen Entscheidungen treffen. Einzig Graf höchstpersönlich könnte den selbsternannten „Sturkopf“ beeinflussen. „Bei Steffi hätte ich das Gefühl, dass sie durch die gleichen Sachen durchgegangen ist wie ich. Nur noch krasser“, erklärte Petkovic, die am 25. Dezember 2011 Richtung Australien aufbrechen wird. Vor den Australian Open (16. bis 29. Januar 2012) bestreitet sie noch die Turniere in Brisbane und Sydney.

Trotz guter Laune stimmte Petkovic bei der Pressekonferenz vor rund 30 Journalisten und drei Kamerateams auch nachdenkliche Töne an. „Bei Turnieren kommt schon Einsamkeit auf. Deshalb ist es immer wichtig, dass ich wieder nach Hause fahre, um meine Familie und Freunde zu sehen“, berichtete die Straßburg-Siegerin, die in der vergangenen Saison ein Preisgeld in Höhe von 1,6 Millionen Dollar gewonnen hat. Viel geleistet hat sie sich davon bislang noch nicht. Immerhin kaufte sie sich in Istanbul einen Teppich. Petkovic: „Da habe ich aber auch noch gefeilscht.“

sid

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