Petkovic stößt derzeit vielen vor den Kopf

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Andrea Petkovic trifft manche Entscheidungen auch gegen den Rat ihres Umfeldes.

Berlin - Andrea Petkovic hat ihre Entscheidung, trotz einer Knieverletzung als Ersatzspielerin zur Tennis-WM nach Istanbul fahren zu wollen, erneut verteidigt.

“Ich kann mir die Chance nicht entgehen lassen“, sagte die deutsche Nummer eins in mehreren deutschen Medien (Freitag). “Dafür habe ich viele Monate hart gearbeitet. Und nun will ich da auch hin. Punkt.“ Die inoffizielle Weltmeisterschaft findet vom 25. bis 30. Oktober statt. Das direkte Ticket nach Istanbul hatte Petkovic knapp verpasst.

Die Darmstädterin, die nach dem Turnier in Linz auch die Veranstaltung in Luxemburg absagen musste, bezeichnete ihren Entschluss auch als Teil eines Reifeprozesses. “Ich merke, dass ich nun erwachsen werde in meinem Beruf“, sagte die 24-Jährige. “Ich muss und ich will die Entscheidungen fällen, die mein Tennisleben betreffen“, meinte Petkovic.

Dafür nehme sie auch gerne Konflikte mit ihrem Umfeld in Kauf. “Ich mache das, was ich will, nicht das, was andere wollen. Und ich übernehme dafür auch die volle Verantwortung.“ Neben ihrem Vater Zoran hatte auch Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner vehement für eine Turnierpause plädiert.

Die sehr ehrgeizige Petkovic bezeichnete Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel bei ihrem Drang, härter gegen sich selbst zu sein, als Vorbild. “Warum ist Sebastian Vettel Weltmeister? Weil er eben immer die letzten Tausendstel Sekunden rausholen will. Dieser Geisteshaltung fühle ich mich verbunden.“ Auch im Tennis komme man nur ganz nach oben, wenn man die eigenen Grenzen überschreite. “So sind die Leute vorne alle gestrickt, auch ein Djokovic, ein Nadal, eine Serena Williams.“

Zur absoluten Weltspitze zählt sich die Hessin selbst noch nicht. “Für mich gibt es immer noch eine große Grenze. Die ziehe ich zwischen denen, die einen Grand-Slam-Erfolg geholt haben - und denen, die das noch nicht geschafft haben“, sagte Petkovic, die sich daher noch in der “zweiten Kategorie“ einstuft.

“Im Moment sage ich mir: Ich bin noch nicht reif für einen Grand-Slam-Titel. Aber 2012 kann das schon ganz anders sein“, meinte die Weltranglisten-Neunte, die in diesem Jahr bei drei Grand-Slam-Turnieren das Viertelfinale erreicht hatte und damit die konstanteste Spielerin auf der Tour war.

Zudem peilt Petkovic zusammen mit Julia Görges und Sabine Lisicki den Sieg im Fed Cup an. “Wir haben uns schon vorgenommen, nächstes Jahr den Pott zu gewinnen. Es wäre gelogen, wenn wir sagen würden: Wir gehören nicht zu den Mitfavoritinnen.“ Zum Auftakt trifft das deutsche Team Anfang Februar in Stuttgart auf Tschechien.

dpa

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