Petko will's wissen - Auch Kerber optimistisch

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Andrea Petkovic

New York - Für die lange Zeit verletzte Andrea Petkovic sind die US Open der ultimative Härtetest. Sie bestreitet ihr erstes Grand-Slam-Turnier seit einem Jahr und steht doch im Schatten von Angelique Kerber.

Andrea Petkovic ist zurück auf der Grand-Slam-Bühne - nach quälenden zwölf Monaten. Endlich wieder mittendrin zum Ende einer Seuchensaison mit drei verpassten Major-Turnieren, dem geplatzten Olympia-Traum und zwei hartnäckigen Verletzungen. Die US Open in New York sind gleichermaßen ein Neubeginn und ein Härtetest für die Darmstädterin, die ihr ganz persönliches Motto vor dem Auftaktmatch am Montag gegen Romina Oprandi (Schweiz) gut sichtbar spazieren trägt.

„Andrea is all in“ steht auf ihrem rosa Trainingsshirt. Die Botschaft ist klar: „Petko“ ist wieder voll dabei. Die Erwartungshaltung der letztjährigen Viertelfinalistin von Flushing Meadows allerdings klingt da wesentlich zurückhaltender. „Ein Match zu gewinnen, wäre schon ein Erfolg. Mein einziges Ziel ist es, gesund zu bleiben und meine Konstanz zu finden“, sagte die ungesetzte Petkovic, die zuletzt sogar Unterstützung von Sigmar Gabriel erhalten hatte. Der SPD-Parteichef stattete ihr einen Besuch in der Schüttler-Waske-Academy in Offenbach ab und sprach „Petko“ Mut zu.

Die konstanteste Grand-Slam-Spielerin 2011 muss sich gezwungenermaßen in Geduld üben: „Ich habe zu akzeptieren, dass dies das schlechteste Jahr meiner bisherigen Karriere war. Ich erwarte in dieser Saison nicht mehr so viel von mir.“

Petkovics Vater Zoran sitzt in diesen Tagen bei jeder Trainingseinheit der Weltranglisten-43. im Schatten des Arthur-Ashe-Stadiums am Spielfeldrand. „Andrea fehlt noch die Matchpraxis. Außerdem ist da natürlich noch die Blockade im Kopf, die man nach solchen Verletzungen erst mal hat“, sagte der Tennislehrer dem SID.

Nach einer knapp viermonatigen Pause wegen einer Rückenblessur zu Beginn des Jahres war die 24-Jährige zuletzt fast ebensolang nach einer OP wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk ausgefallen. Beim Comeback in der vergangenen Woche in New Haven war Petkovic im Achtelfinale gescheitert.

Ihre Ängste konnten die bisherigen zwei Matches nicht beseitigen. „Der Tennissport entwickelt sich schnell. Natürlich hat man da Bedenken, dass man den Anschluss nicht mehr schafft. Zumal man als ehemalige Top-Ten-Spielerin wieder dahin zurückwill“, sagte Petkovic und gestand: „Das macht mir ein bisschen Angst.“

Vor Selbstvertrauen strotzt dagegen Angelique Kerber, die es am Dienstag mit der Britin Anne Keothavong zu tun bekommt. Die Weltranglistensechste aus Kiel fühlt sich nach ihrer Turnierabsage in Dallas wegen einer Schulterverletzung wieder fit und hat bereits ihren knallroten New-York-Glücksnagellack aufgelegt. „Ich weiß, dass ich alle guten Spielerinnen schlagen kann“, sagte die letztjährige US-Open-Halbfinalistin Kerber, die im Big Apple vom großen Coup träumt.

Bei den Männern ist Tommy Haas der deutsche Hoffnungsträger. Der 34-Jährige erlebt derzeit seinen dritten Frühling. Nach dem Turniersieg in Halle/Westfalen sowie den Finalteilnahmen in Hamburg und Washington hat sich Haas auf Platz 22 des Rankings vorgearbeitet. Bei seiner insgesamt 15. US-Open-Teilnahme trifft er in der ersten Runde auf Ernests Gulbis aus Lettland.

Insgesamt gehen 16 deutsche Tennisprofis (10 Männer/6 Frauen) bei dem mit insgesamt 25,5 Millionen Dollar (rund 20,8 Millionen Euro) dotierten Major-Tournament an den Start. Allein der Sieger kassiert sowohl bei den Männern als auch den Frauen 1,9 Millionen Dollar (1,55 Millionen Euro).

Der Weltranglistenzweite Novak Djokovic kann bei einer Titelverteidigung in New York sogar einen zusätzliche Prämie von einer Million Dollar abräumen, da der Serbe die sogenannte US-Open-Series im Vorfeld von Flushing Meadows gewonnen hat. Der letztjährige Finalist Rafael Nadal (Spanien) fehlt wegen einer Knieverletzung. Die Augen werden sich auch auf die dreimalige US-Open-Siegerin Kim Clijsters richten. Die ehemalige Nummer eins aus Belgien beendet nach dem Turnier ihre Karriere.

sid

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