Pechstein Siebte - Glück für Kramer

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Claudia Pechstein

Moskau - Die Folgen eines Infektes und einer Halswirbelblockade machten sich bei Claudia Pechstein bemerkbar. Bei der Mehrkampf-WM in Moskau liegt die Berlinerin nach zwei Rennen auf Rang sieben, ist aber trotzdem nicht unzufrieden.

Das Dutzend wird Claudia Pechstein in Moskau wohl nicht vollmachen: Die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin ist nach dem ersten Tag ein gutes Stück von ihrer zwölften Medaille bei Mehrkampf-Weltmeisterschaften entfernt. Trotz Platz sieben hielt sich die Berlinerin am Samstag aber äußerst respektabel. Nach einem Infekt und einer Halswirbelblockade schaffte Pechstein immerhin Platz vier über 3000 Meter.

Nach zwei von vier Strecken führt Titelverteidigerin Ireen Wüst aus den Niederlanden knapp vor der Vorjahreszweiten Christine Nesbitt aus Kanada. Dritte ist Europameisterin Martina Sablikova aus Tschechien vor der Niederländerin Linda de Vries. "Ich habe schon das Ziel, eine Medaille anzugreifen", sagte Pechstein der Nachrichtenagentur dpa. Für realistischer hält sie allerdings Platz vier oder fünf nach den 1500 und 5000 Metern am Sonntag.

"Alle reden immer von der Blockade, ich glaube, dass das Entscheidende der Infekt vor Hamar war", erklärte Pechstein eine Woche nach ihrer vorzeitigen Abreise vom Weltcup aus Norwegen. Erst am Mittwochabend war nach der Wirbelblockade die Entscheidung gefallen, doch nach Moskau zu fliegen.

"100 Prozent ist es nicht", räumte Pechstein ein. Nach Platz 15 über 500 Meter zeigte die 39-Jährige über 3000 Meter ihre Qualitäten, in 4:07,14 Minuten trennten sie nur acht Hundertstelsekunden von Platz drei. "Das ist egal. Ich bin froh, dass ich hier starten kann. Ich kann sagen, dass ich zufrieden mit den 3000 bin", sagte Pechstein. Die rund 1500 Zuschauer im Eispalast von Krylatskoje am Westrand des verschneiten Moskau applaudierten ihr nach dem Lauf.

"Mit dem dritten Platz wird es ganz schwer, aber im Sport ist alles möglich", meinte Bundestrainer Stephan Gneupel. "Nach den vorigen Wochen hatten wir es schlechter erwartet." Eine Klasse für sich waren Olympiasiegerin Sablikkova (4:01,80) und Wüst (4:02,69). Damit übernahm Weltmeisterin Wüst die Führung von Nesbitt. Die Kanadierin hatte zum Auftakt klar die 500 Meter gewonnen und will nach dem Sprint-Titel 2011 diesmal auch bei den Allroundern siegen. Die Berlinerin Isabell Ost ist nur 22. unter 24 Starterinnen, präsentierte sich als 15. über 3000 Meter aber ordentlich.

Bei den Herren liegt der Erfurter Patrick Beckert nach der Hälfte der WM auf Rang 16. Der einzige deutsche Starter belegte über 5000 Meter den guten zehnten Rang. Beckert darf noch hoffen, sich für das 10 000-Meter-Finale der besten Zwölf zu qualifizieren. Es führen drei Niederländer: Europameister Sven Kramer liegt vor Jan Blokhuijsen und Koen Verweij. Hinter dem Norweger Havard Bökko folgt Titelverteidiger Iwan Skobrew aus Russland als Fünfter. Kramer strebt damit seinem fünften WM-Titel entgegen. Allerdings hatte er über 500 Meter großes Glück. Der 25-Jährige entging einer Disqualifikation, obwohl er auf der Zielgeraden mit dem Schlittschuh zweimal seine Bahn verließ.

dpa

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