Pechstein im Interview: "Gerechtigkeit hat gesiegt"

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Claudia Pechstein

Camyuva - Mit großer Freude hat Claudia Pechstein auf das CAS-Urteil reagiert, mit dem der Internationale Sportgerichtshof die sogenannte Osaka-Regel gekippt hat. Das Interview.

Claudia Pechstein, die Osaka-Regel ist gefallen. Wie beurteilen Sie die Entscheidung?

Claudia Pechstein: Ich bin happy, und das sieht man mir wohl auch an. Die Gerechtigkeit hat gesiegt, es konnte gar kein anderes Urteil fallen. Das ist zum Geburtstag von Matthias (Matthias Große, Claudia Pechsteins Lebensgefährte , d. Red.) noch ein Geburtstag für mich. Ich werde jetzt angreifen, auch beim BMI, um die Sportförderung wieder zu erkämpfen, weil ich glaube, dass ich die als A- oder B-Kader verdient habe.

Sie sind gerade im Urlaub in der Türkei. Wie haben Sie von dem Urteil erfahren?

Pechstein: Ich habe die Videotext-Seiten hoch und runter durchsucht, weil ich nicht hundertprozentig dran geglaubt habe. Der CAS hat in letzter Zeit einige Entscheidungen gefällt, die nicht so ganz klar waren. Matthias dagegen hat das vorausgesehen. Jetzt ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich wollte meine zehnte Olympiamedaille holen, jetzt ist der Weg frei. Trainiert habe ich bisher bereits dafür, jetzt werde ich noch härter trainieren.

Und die Radsport-Pläne für London 2012 sind damit abgehakt, das müssen Sie sich ja jetzt nicht mehr antun.

Pechstein: Das müsste ich mir nicht mehr antun, habe es aber noch nicht an den Nagel gehängt. Aber das interessiert mich heute nicht. Ich werde noch die eine oder andere Trainingseinheit auf dem Rad absolvieren. London ist sicher in weite Ferne gerückt, aber jetzt darf ich in Sotschi als Eisschnellläuferin meine zehnte olympische Medaille holen.

Der Eisschnelllauf-Weltverband ISU hat auf ihre Selbstanzeige erklärt, dass der Fall geschlossen sei und sie ein Leben lang mit ihren erhöhten Blutwerten starten dürfen, für die Sie vor zwei Jahren gesperrt worden sind. Klingt kurios, oder?

Pechstein: Das ist kurios. Die ISU hat die Akte geschlossen. Meine Blutwerte sind vererbt, daher werden sie naturgemäß auch in 10, 20, 30 Jahren noch hoch sein und schwanken. Das hat die ISU jetzt so hingenommen und gesagt, dass ich weiter starten darf, auch wenn die Blutwerte hoch sind.

sid

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