Pech! Mixed-Staffel verpasst Gold

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Zum Auftakt ergatterte die Mixed-Staffel bei der Heim-WM Rang drei.

Ruhpolding - Die deutsche Mixedstaffel hat den perfekten Auftakt der Biathlon-Weltmeisterschaften im heimischen Ruhpolding verpasst.

Magdalena Neuner schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als Arnd Peiffer das greifbar nahe WM-Gold in der Mixed-Staffel beim letzten Schießen vergab. Wenig später gab es Bronze für die deutsche Mixed-Staffel in Ruhpolding hinter dem neuen und alten Weltmeister Norwegen und Slowenien. Sowie ganz viel Trost für den Pechvogel.

“Wir haben gesagt, Arnd super, wir haben Bronze gewonnen. Wir haben eine Medaille geschafft im eigenen Land, das ist schon prima“, sagte Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner. “Wir freuen uns, dass wir eine Medaille haben“, meinte Andrea Henkel. “Wir haben nicht Gold verloren, sondern Bronze gewonnen“, fand Andreas Birnbacher.

Der Schlussläufer allerdings war erst einmal untröstlich. “Ich ärgere mich über mein letztes Schießen. Die anderen haben so toll vorgelegt. Die Schießleistung war blöd“, meinte Sprint-Weltmeister Peiffer. “Wenn man so nah am Gold dran ist, dann tut es schon weh.“

Alles sah nach einem goldenen Auftakt für die deutschen Skijäger bei der Heim-WM aus. Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Birnbacher hatten einen riesigen Vorsprung herausgelaufen. Und auch Peiffer blieb cool, bis zum letzten Schießen vor knapp 30 000 Zuschauern in der Chiemgau-Arena. Noch bitterer wird es für die Slowenen gewesen sein. Denn der Außenseiter lief als Erster über die Ziellinie. Doch da der Norweger Ole Einar Björndalen in die Strafrunde musste, weil es einen Fehler an der Schießanlage gab, erhielt sein Team nach einem Protest eine Zeitgutschrift von 28,5 Sekunden.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

Norwegen verteidigte somit den Titel mit einem Vorsprung von 20,2 Sekunden. Das deutsche Team lag nach insgesamt zehn Nachladern und der einen Strafrunde von Peiffer 32,8 Sekunden zurück.

Cheftrainer Uwe Müssiggang machte am Schießstand stehend ein Foto, als Andrea Henkel an ihm vorbeilief. Insgesamt dreimal musste die Doppel-Olympiasiegerin von Salt Lake City nachladen, hatte einen riesigen Rückstand auf Tora Berger. “So richtig zufrieden bin ich nicht. Heute war ich tatsächlich ein bisschen aufgeregt, das kenne ich gar nicht von mir“, sagte sie.

Mit einem Rückstand von 46,3 Sekunden auf die zu diesem Zeitpunkt führenden Norweger begann dann für Magdalena Neuner ihre letzte WM. Die Rekord-Weltmeisterin lief taktisch klug, arbeitete am Schießstand trotz ihrer drei Nachlader hochkonzentriert. Mit einem Rückstand von lediglich 7,2 Sekunden auf die zwischenzeitlich führenden Franzosen übergab die 25-Jährige als Zweite an Andreas Birnbacher. “Es war schon aufregend, das erste Rennen in Ruhpolding. Ein bisschen Zittern war da schon dabei. Aber ich glaube, ich habe es ganz gut gelöst“, sagte Neuner in die ZDF-Kameras.

Und Birnbacher präsentierte sich auf der 7,5-Kilometer-Runde, die Männer laufen eineinhalb Kilometer mehr als die Frauen, in der Loipe einmal mehr bärenstark. Auch am Schießstand ließ der Schlechinger nichts anbrennen. Er blieb fehlerfrei, übernahm erstmals in diesem Rennen die Führung. “Der Andi macht einen grandiosen Job. Wir haben eine gute Chance ganz oben zu stehen“, sagte Neuner und wagte den Tipp: “Es gibt Gold.“ Aber so kam es nicht. Mit einem Vorsprung von fast einer Minute ging Peiffer auf die letzte Runde. Doch dann musste er die verhängnisvollen 150 Extra-Meter laufen.

Schon lange vor dem Start war das Stadion proppenvoll. 16 000 Fans auf den Stahlrohrtribünen feierten im strahlenden Sonnenschein die Biathlon-WM und sich selbst. Stunden zuvor war die butterweiche Strecke mit 110 Kilogramm Brezel-Salz gehärtet worden. Mit dem Salz wurde dem Schnee das Wasser entzogen. “Das ist kein Problem, die Bedingungen sind für alle gleich“, sagte Müssiggang. Die Techniker hatten viel zu tun in den vergangenen Tagen.

Vor dem Super-Wochenende hat denn auch die Suche nach dem richtigen Material Vorrang. “Ich habe noch keinen Ski gefunden, wo ich sagen kann, es ist der absolute Überflieger. Wir sind schon fleißig am Testen und Aussortieren“, sagte Miriam Gössner am Mittwoch nach dem Training. Bei der WM steht am Samstag der Sprint-Wettkampf bei den Herren (12.30 Uhr) und den Damen (15.30 Uhr) auf dem Programm. Am Sonntag geht es in der Verfolgung um die Medaillen (Herren, 13.15 Uhr/Damen 16.00 Uhr). Da wird dann auch Turin-Olympiasieger Michael Greis nach seiner gesundheitsbedingten Auszeit wieder dabei sein.

dpa

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