Pech! Jury zerstört Freunds Gold-Traum

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Pech für Severin Freund: Der 23-Jährige wurde Opfer des heftigen Windes in Vikersund.

Vikersund - Heftiger Wind hat einen Traumstart von Severin Freund in die Skiflug-WM in Vikersund verhindert. Der 23-Jährige lag in Führung, ehe die Jury das Springen abgebrochen hat.

Der 23-Jährige lag fünf Springer vor Ende des ersten Durchgangs überraschend in Führung, als Böen von bis zu zehn Metern pro Sekunde die Jury zu einem Abbruch zwangen. Auch Maximilian Mechler lag als Dritter hervorragend im Rennen, die DSV-Adler müssen nun beim Neustart am Samstag auf ähnlich gute Sprünge hoffen.

Über das weitere Vorgehen sollte eine Sitzung der Mannschaftsführer am Abend entscheiden. „Ich werde vorschlagen, am Samstag auf die Probesprünge zu verzichten und drei Durchgänge durchzuführen“, sagte FIS-Renndirektor Walter Hofer.

Drei Stunden lang hatten die deutschen Skispringer an der größten Schanze der Welt Karten gespielt, ehe es überhaupt losging. Sowohl Freund als auch Mechler zeigten dabei den weitesten Sprung ihrer Karriere: Freund segelte auf dem „Monster-Bakken“ auf 220,5 Meter, der erst am Freitag ins Team gerutschte Mechler sogar auf 222,5 m. „Ich habe Gas gegeben, und es hat funktioniert“, sagte Freund, für den die erste deutsche Einzel-Medaille seit 2002 zum Greifen nahe war.

Richard Freitag (Aue) und Andreas Wank (Oberhof) profitierten dagegen vom Abbruch. Der 20 Jahre alte Freitag lag nach einem Satz auf 214,5 Meter nur auf Ranf 15, Wank (197,5) auf Position 16. Auch zahlreiche Favoriten durften durchatmen: Vierschanzen-Tournee-Gewinner Gregor Schlierenzauer (Österreich/199, 5) und Titelverteidiger Simon Ammann (Schweiz/196,0) belegten nur die Plätze 13 und 14.

Bundestrainer Werner Schuster war dennoch zufrieden mit dem Tag. „Heute braucht man ein riesen Herz und einen kühlen Kopf. Ich bin stolz auf alle vier Springer mit welcher Leichtigkeit und Kaltschnäuzigkeit sie diesen ersten Durchgang bewältigt haben. Der Severin ist ein ganz Cooler. Das war sein bester Flug, aber noch nicht perfekt“, sagte Schuster.

Schon bei der WM 2000 hatte es in Vikersund massive Probleme mit dem Wind gegeben. Damals brach die Jury den Wettkampf erst nach einem Streik mehrerer Springer ab, die Einzel-Entscheidung mit dem WM-Sieg von Sven Hannawald fiel mit einem Tag Verspätung am Montag. Zwölf Jahre später waren die Bedingungen nur wenig besser, am Nachmittag war bereits der Probedurchgang abgesagt worden.

SID

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