Partymaus Neuner rockt Ruhpolding

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Magdalena Neuner gönnt sich einen Schluck aus dem großen Weißbierglas.

Ruhpolding - Magdalena Neuner lässt es bei den Biathlon-Weltmeisterschaften mächtig krachen. In den Rennen sammelt sie fleißig Medaillen, auf der Bühne rockt sie als Frontfrau das deutsche Haus.

Sie rockt das Haus, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nach Gold, Silber und Bronze in ihren ersten drei WM-Rennen ließ sich Biathlon-Königin Magdalena Neuner in Ruhpolding von Tausenden Fans auf der großen Bühne im Champions Park feiern. Beim Familienabend im deutschen Haus nahm die Wallgauerin das Mikrofon dann selbst in die Hand und rockte gemeinsam mit Zimmergenossin Miriam Gössner und der Band Gaudi Harmonie.

Zusammen mit Gössner stellte sich Neuner vor Trainern, Betreuern und Familienmitgliedern auf die Bühne und legte textsicher los. Sichtlich genoss sie die Rolle als Frontfrau einer bayerischen Rockband und schmetterte von „Skifoan“ von Wolfgang Ambros bis „Country Roads“ von John Denver Klassiker ins Mikrofon. Andrea Henkel und Franziska Hildebrand ließen sich als Background-Sängerinnen gewinnen, während Männer-Trainer Fritz Fischer den Solo-Rocker gab.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

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„Diese Stimmung gibt es sonst nirgendwo auf der Welt“, sagte Neuner nach ihrem fast perfekten Wochenende mit Gold im Sprint und Silber in der Verfolgung. Knapp zwei Wochen vor ihrem Karriereende präsentiert sich die Doppel-Olympiasiegerin in absoluter Topform, in und außerhalb der Loipe. Der große Rummel um ihre Person, die vielen Fans, die Medien, all das steckt die Blondine locker weg und bleibt fokussiert auf ihr großes Ziel: sechs Medaillen bei der Heim-WM.

Am Tag nach dem Verfolgungsrennen stand für Neuner Entspannung auf dem Programm. „Ich gehe ein bisschen klassisch laufen, ansonsten gibts nachmittags vielleicht Kaffee und Kuchen. Dem Stadion werde ich mich aber fernhalten und etwas abschalten“, sagte Neuner. Vorher jedoch stand der Spaß mit der ganzen Mannschaft im Vordergrund.

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Für Magdalena Neuner schließen sich in diesen Wochen viele Kreise. An jedem Weltcup-Ort wurden alte Erinnerungen geweckt, es gab viele „letzte Male“. Langjährige Wegbegleiter erinnern sich gerne zurück an die Zeit vor der WM 2007, bevor aus Magdalena die „Gold-Lena“ wurde.

In Ruhpolding bekam Neuner ein großes Glas Nutella überreicht. Es war die Begleichung einer sechs Jahre alten „Schuld“. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2006 hatte Neuner einer damals als Volunteer im amerikanischen Presque Isle arbeitenden späteren Journalistin großzügig ihren aus Deutschland mitgebrachten Brotaufstrich überlassen, weil es diesen dort nicht zu kaufen gab.

Neuner sprintet zu WM-Gold

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Es sind auch diese stillen Momente, die Magdalena Neuner nach ihrem letzten Rennen am 18. März im sibirischen Chanty-Mansijsk fehlen werden. Bis dahin aber hat sie sich fest vorgenommen, weiter Ruhpolding zu rocken. „Einen Medaillensatz habe ich bereits, ab Mittwoch arbeite ich am zweiten“, hat Neuner versprochen. Wenn das klappt, dürfte auch der Queen-Welthit „We are the champions“ zum Repertoire der singenden Biathlon-Königin gehören.

SID

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