Panne bei deutschen Staffeln - Bolt holt Weltrekord

Daegu - Das Staffel-Projekt der deutschen Leichtathleten in Südkorea ist kläglich gescheitert. Hingegen sorgte Sprintstar Usain Bolt mit Jamaika für den Höhepunkt des letzten Wettkampftages.

Beide Quartette über 4 x 100 Meter verloren am Sonntag den Stab und verpassten wie zuvor die Männer und Frauen über 4 x 400 Meter das Finale bei den Weltmeisterschaften.

Die Sprinterinnen verpatzten gleich den ersten Wechsel von Yasmin Kwadwo (Wattenscheid) auf Anne Möllinger (Mannheim). Cathleen Tschirch (Leverkusen) und Ex-Weltmeisterin Marion Wagner (Mainz) kamen erst gar nicht mehr zum Einsatz und gingen mit hängenden Köpfen zum Ziel zurück. Bei der Heim-WM vor zwei Jahren waren die spätere Einzel-Europameisterin Verena Sailer, die dieses Mal verletzt fehlte, und ihre Kolleginnen noch zu Bronze gerannt.

“Anderer Läuferinnen standen komplett in meiner Bahn. Sie haben mich am Ellbogen berührt“, fluchte Kwadwo. “Ich bin komplett aus dem Tritt gekommen und musste nochmal neu anlaufen. Scheiße. Der Wechsel hätte an sich funktioniert.“ Auf einen Protest verzichtete der Deutsche Leichtathletik-Verband aber nach Ansicht der Videobilder.

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Die Männer kamen nur bis zum dritten Wechsel zurecht: Tobias Unger, Marius Broening (München) und Sebastian Ernst (Wattenscheid) hatten ihren Abschnitt bewältigt, dann lief der Stuttgarter Alex Schaf auf der Zielgeraden zu schnell los. “Ich komme an und dann war der Alex unerreichbar für mich. Da hätte ich auch Usain Bolt sein können“, meinte Ernst. Schaf räumte ein: “Ich bin vielleicht ein bisschen zu schnell und ein bisschen zu früh losgelaufen.“

Während die Jamaikaner um Superstar Usain Bolt die Goldmedaille und in der Weltrekordzeit von 37,04 Sekunden feierten und die US-Frauen in der Weltjahresbestzeit von 41,56 Sekunden triumphierten, schlichen die DLV-Asse aus dem Stadion.

20 Sprinter - Ersatzläufer mitgerechnet - hatte der Verband für die 4 x 100 und die 4 x 400 Meter nach Südkorea mitgenommen. “Die Staffeln“, hatte der zuständige Bundestrainer Idriss Gonschinska gehofft, “sind ein Projekt, das helfen wird, den Sprintbereich nach vorne zu bringen“. Das Ziel sei, bei Olympia 2012 in London alle vier Quartette ins Finale zu bringen. Bis dahin müssen Unger, Wagner und Co. allerdings noch eifrig Wechsel üben.

dpa

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