Paarlauf-Weltmeister Savchenko/Szolkowy entthront

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Aliona Savchenko und Robin Szolkowy mussten sich geschlagen geben.

Hamburg/London - Zu viele Patzer und zwei übermächtige Nachfolger: Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in London/Ontario ihren Paarlauf-Titel nicht verteidigen können.

Die beiden Chemnitzer mussten sich nach einer Kür mit Höhen und Tiefen den überragenden Europameistern Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow aus Russland geschlagen geben.

Die neuen Titelträger behielten als letztes Paar auf dem Eis die Nerven und bauten ihren Vorsprung aus dem Kurzprogramm mächtig aus. Makellose viereinhalb Minuten nötigten die Preisrichter, insgesamt 225,71 Zähler an die neuen Weltmeister zu verteilen. Die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer kamen auf 205,56 Punkte, Bronze holten sich die Kanadier Meagan Duhamel und Eric Radford (204,56).

Eine überaus nervöse Savchenko startete schwach, drehte den Toe-Loop nur doppelt statt dreifach. Auch beim dreifachen Salchow hatten die Vize-Europameister Probleme, Szolkowy stürzte gar. Aber mit einem sensationellen dreifachen Wurf-Axel wenige Sekunden vor Ende der Kür sammelten die Olympia-Dritten vor 7000 Zuschauern in Budweisers Garden die entscheidenden Punkte, um wenigstens die Silbermedaille zu retten.

„Ich ärgere mich über mich selbst. Irgendwie war ich am Anfang durcheinander. Aber vielleicht habe ich dadurch die Kraft für den Wurf-Axel gespart“, sagte die 29-Jährige etwas ratlos. Ihr vier Jahre älterer Partner ergänzte: „Silber ist ein versöhnlicher Abschluss einer schwierigen Saison. Und es ist ein wichtiger Schritt zu Olympia nach Sotschi.“

Der läuferischen Klasse der beiden Sachsen war es zu verdanken, dass die ungewohnten Patzer nicht zu sehr auf den künstlerischen Eindruck der Bolero-Kür durchschlugen. „Es war eine ganz große Leistung von Aljona und Robin. Es ist schließlich nicht einfach, wenn man die Saison nicht vernünftig durchtrainieren kann“, sagte Steuer. Die gebürtige Ukrainerin hatte mehrere Wochen wegen einer hartnäckigen Virusinfektion pausieren müssen.

Ein Debakel erlebten Mari Vartmann aus Düsseldorf und der Berliner Aaron van Cleave. Die deutschen Vize-Meister, die schon im Kurzprogramm deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben waren, präsentierten eine desaströse Kür mit drei Stürzen. Am Ende blieben die Schützlinge von Trainer Knut Schubert auf dem 16. Platz hängen, völlig niedergeschlagen nahmen sie dieses niederschmetternde Ergebnis entgegen.

„Wir sind schon sehr enttäuscht über diese Saison. Wir haben nicht zu wenig gearbeitet, aber uns fehlte einfach Wettkampfpraxis“, sagte Vartmann. Die 24-Jährige hatte ihrem Partner im Oktober vergangenen Jahres beim Training versehentlich das Jochbein gebrochen. Daraufhin hatten die Schützlinge von Trainer Knut Schubert alle internationalen Wettbewerbe bis zum Jahresende absagen müssen.

SID

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