Schweizer Märchen geht weiter

Owetschkin erlebt historisches Debakel

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Alexander Owetschkin (l.) bei einer verpassten Chance

Helsinki/Stockholm - Für NHL-Superstar Alexander Owetschkin ist die WM nach einem historischen Debakel schon wieder beendet, das Schweizer Eishockey-Märchen geht dagegen weiter.

Einen Tag nach seiner Ankunft in Helsinki ging Owetschkin mit Titelverteidiger Russland im Viertelfinale gegen die USA mit 3:8 (1: 2, 0:2, 2:4) unter.

Der Rekordweltmeister kassierte seine höchste WM-Niederlage seit 1955 und erst zum zweiten Mal in der WM-Geschichte acht Gegentore. Die „Eisgenossen“ zogen wenig später in Stockholm durch ein 2:1 (1: 0, 1:0, 0:1) gegen Tschechien erstmals seit 15 Jahren in die Runde der letzten Vier ein.

„Ich bereue es nicht, hergekommen zu sein“, sagte NHL-Torschützenkönig Owetschkin, „ich habe alles versucht und alles gegeben. Aber wir haben einen Fehler nach dem anderen gemacht.“ Die Sbornaja verpasste nach drei Titeln und insgesamt fünf Medaillen in den vergangenen sechs Jahren erstmals seit 2006 die Runde der letzten Vier. Die Amerikaner, die erst zum dritten Mal in zehn Jahren das Halbfinale erreichten, können dagegen von ihrer ersten WM-Medaille seit Bronze 2004 träumen. Sie treffen am Samstag in Stockholm auf die Schweiz.

Die „Nati“ feierte ihren achten WM-Sieg in Folge und baute damit ihren Rekord weiter aus. Für das Team des früheren Münchner Meistertrainers Sean Simpson, das im Vorjahr noch auf Platz elf gelandet war, ist die erste WM-Medaille seit 60 Jahren in greifbarer Nähe. 1953 hatte die Schweiz Bronze gewonnen, als nur drei der vier Teilnehmer das Turnier beendet hatten.

US-Kapitän Paul Stastny (12. und 51.), der während des NHL-Lockouts beim EHC München unter Bundestrainer Pat Cortina spielte, TJ Oshie (13.), Nate Thompson (26.), Alex Galchenyuk (38. ), Ryan Carter (43.), Jacob Trouba (49.) und David Moss (50.) erzielten die Tore für den Olympia-Zweiten von Vancouver. „So was kommt nicht allzu oft vor“, sagte Stastny, „sonst haben wir gegen die Russen meist das schlechte Ende für uns.“

Owetschkin, der am vergangenen Montag im NHL-Achtelfinale mit den „Caps“ an den New York Rangers gescheitert war, steuerte bei seiner neunten WM-Teilnahme sein 27. Tor (42.) und seinen 19. Assist bei. Vorher hatte der 27-Jährige allerdings zwei Großchancen ausgelassen - die erste bereits nach 39 Sekunden. Weil sonst nur Alexander Switow (16.) und Alexander Pereschogin (44.) trafen, musste Owetschkin mit dem Rekordweltmeister gleich wieder abreisen.

„Zu viele Individualisten sind auch nicht gut“, merkte Russlands Trainer Sinetula Biljaletdinow kritisch an: „Eishockey ist ein Mannschaftssport.“ Die Sbornaja hatte bei der WM 1955 in Krefeld 0: 5 gegen Kanada verloren. Acht Gegentore gab es zuvor lediglich beim 5:8 gegen Kanada bei den Olympischen Spielen 1960, die damals auch als WM galten.

Denis Hollenstein mit seinem vierten WM-Tor (6.) und Roman Josi mit seinem dritten Turniertreffer (34.) brachten die Schweizer mit 2:0 in Führung. Nach dem Anschlusstor von Zdenek Kutlak (46.) musste das Simpson-Team aber noch einmal zittern, ehe die Halbfinalteilnahme perfekt war.

sid

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