Petkovic und Haas erstaunen bei den US Open

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Andrea Petkovic ist nicht fit und verblüfft bei den US Open deshalb umso mehr.

New York - Andrea Petkovic ist nicht fit und verblüfft bei den US Open umso mehr. Das gilt auch für Tommy Haas, der Altmeister zog ebenfalls in die dritte Runde ein. Marathon-Mann Philipp Petzschner schied aus.

Angeschlagen, aber noch lange nicht geschlagen: Andrea Petkovic und Tommy Haas verblüffen bei den US Open alle Zweifler und haben das deutsche Tennis-Kontingent in der dritten Runde weiter vergrößert. Die Weltranglisten-Elfte gewann trotz ihres Meniskuseinrisses und eines 0:3-Rückstandes im zweiten Satz 3:6, 6:3, 6:3 gegen Zheng Jie aus China und küsste danach ihr rechtes Knie.

“Ich war zwei Prozent davor, aufzugeben. Aber so lange ich spüre, das Match gewinnen zu können, ist es schwer, aufzuhören“, sagte Petkovic. Sie folgte am Donnerstag Sabine Lisicki, Julia Görges und Angelique Kerber unter die letzten 32 - ein Super-Ergebnis, das den Aufschwung des deutschen Damen-Tennis eindrucksvoll belegt.

Der lange verletzte Altmeister Haas gewann in New York souverän 7:6 (7:5), 6:1, 7:5 gegen den Kolumbianer Alejandro Falla und zog als erster von einst sieben gestarteten deutschen Herren in die dritte Runde ein - für ihn selbst keine Überraschung: “Ich bin natürlich glücklich, erfreut. Das war vielleicht ein bisschen der alte Tommy Haas, der solche Matches vor drei, vier, fünf Jahren hätte gewinnen müssen“, sagte der 33-Jährige, der nun auf den Argentinier Juan Monaco trifft.

Ihm folgen kann am Freitag noch Florian Mayer, Philipp Petzschner verlor dagegen 0:6, 3:6, 6:3, 3:6 gegen den Serben Janko Tipsarevic. Mona Barthel verpasste mit 4:6, 5:7 gegen Chanelle Scheepers aus Südafrika den erstmaligen Sprung in die dritte Runde eines Grand Slams.

Für Petkovic, die nun gegen die Italienerin Roberta Vinic spielt, lief auf dem Grandstand von Flushing Meadows anfangs gar nichts. Auf dem kleinen Showplatz im Schatten des Louis-Armstrong-Stadiums gab die 23-Jährige gleich zweimal ihren Aufschlag gegen Zheng ab. Die Chinesin war einst die Nummer 15 der Welt und stand schon in den Halbfinals von Wimbledon und den Australian Open.

Nach dem 0:4 fand Petkovic gegen die laufstarke Zheng besser ins Match, vergab aber den möglichen Ausgleich zum 4:4. Anschließend betrachtete die Darmstädterin besorgt ihr verpflastertes Knie. “Es ist mir voll reingefahren, und dann gehen die nächsten Spiele in den zehn Minuten weg“, berichtete sie, fasste aber den Entschluss: “Du reißt Dich jetzt zusammen und gehst in die Ecken.“ Ein Doppelfehler besiegelte den Satzverlust für die 23-Jährige, die sich nicht rund bewegte und auch im zweiten Durchgang schnell 0:3 zurücklag.

Die Rechtshänderin hängte sich nun voll rein, machte sogar nach einem Notschlag mit links einen Punkt und dann das Spiel zum 5:3. Wenig später war der Ausgleich perfekt, und Petkovic nicht mehr zu bremsen. Nach dem Matchball breitete sie die Arme aus - nach dem Motto: Seht her, es geht doch! Danach war noch das Doppel mit Julia Görges geplant.

Auch Haas startete denkbar schlecht und gab seinen Aufschlag zu Null ab, machte diesen Lapsus aber sofort wett und behielt im engen ersten Satz gegen Linkshänder Falla knapp die Oberhand. Im zweiten Satz zog der älteste Spieler im verbliebenen Feld dem 119. der Weltrangliste erst einmal den Nerv. Nach einer Toilettenpause ging der Kolumbianer mit 3:1 in Führung. Haas ließ sich nicht irritieren und machte den dritten Sieg im vierten Aufeinandertreffen perfekt.

Angelique Kerber zog in der Nacht zum Donnerstag zum ersten Mal in die dritte Runde der US Open ein. Mit dem 6:3, 4:6, 6:3-Sieg über die an Nummer zwölf gesetzte Polin Agnieszka Radwanska egalisierte die 23 Jahre alte Kielerin ihr bestes Grand-Slam-Ergebnis von den Australian Open 2010 und will es am Freitag gegen die Russin Alla Kudrjawzewa noch steigern. Der Weltranglisten-Dritte Roger Federer hielt sich beim 6:3, 6:2, 6:2 nur 77 Minuten mit Dudi Sela aus Israel auf. Serena Williams präsentierte sich anders als ihre erkrankte Schwester Venus fit beim 6:0, 6:1 gegen die Niederländerin Michaelle Krajicek.

dpa

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