Bittere Erstrundenpleiten

US Open: Lisicki und Görges schon raus

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Bittere Erstrundenpleiten für Sabine Lisicki und Julia Görges bei den US Open in New York: Nach Olympia-Blech und Verletzungs-Pech traf der neuerliche Rückschlag besonders Hoffnungsträgerin Lisicki hart.

New York - Bittere Erstrundenpleiten für Sabine Lisicki und Julia Görges bei den US Open in New York: Nach Olympia-Blech und Verletzungs-Pech traf der neuerliche Rückschlag besonders Hoffnungsträgerin Lisicki hart.

Die Wimbledon-Viertelfinalistin schied nach einem 6:4, 2:6, 2:6 gegen ihre Angstgegnerin Sorana Cirstea (Rumänien) überraschend bereits in ihrem Auftaktmatch aus und flüchtete den Tränen nahe vom Platz.

Den ernüchternden Auftakt machte Görges mit ihrem K.o. perfekt. Die Fed-Cup-Spielerin aus Bad Oldesloe unterlag mit 6:7 (4:7), 1:6 der tschechischen Qualifikantin Kristyna Pliskova, die im Ranking 104 Plätze hinter ihr notiert ist. „Sie hat verdient gewonnen. Ich habe nach der Regenunterbrechung den Faden nicht mehr gefunden. Ich habe bei Olympia zu viel Kraft gelassen“, sagte Görges.

Für die mit großen Ambitionen gestartete Lisicki war es die vierte Niederlage im vierten Duell mit Cirstea - und die erste Auftaktpleite in Flushing Meadows überhaupt. Dabei sah auf Court 13 zunächst alles danach aus, als könnte die Deutsche ihren Fluch gegen die Rumänin besiegen. Trotz eines 2:4-Rückstandes holte sich Lisicki mit vier Spielgewinnen den ersten Satz. Doch danach ließ sie sich gleich zweimal breaken.

Auch eine zweieinhalbstündige Regenpause zu Beginn des dritten Durchgangs konnte das Blatt zugunsten von Lisicki nicht mehr wenden. Von den ersten sieben Punkten nach der Rückkehr auf den Platz gewann sie nur einen. Mit dem achten Doppelfehler machte die Berlinerin, der 42 unbedrängte Fehler unterliefen, den K.o. perfekt.

Auch Görges enttäuschte. Die Ranglisten-21. war bereits 2009 in der Auftaktrunde von Flushing Meadows gescheitert. Gegen Pliskova konnte Görges acht Breakchancen nicht nutzen.

Frust pur herrschte besonders bei Lisicki. Vor drei Wochen hatte sie im olympischen Mixed-Wettbewerb mit Christopher Kas (Trostberg) die ersehnte Bronzemedaille nur knapp verpasst. Die Tränen von London sind inzwischen getrocknet. Geblieben sind die Verletzungssorgen, die der 23-Jährigen auch in der Vorbereitung auf das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres zusetzten. „Wenn Sabine fit ist, muss sie niemanden fürchten“, sagte Kultcoach Nick Bollettieri, in dessen Akademie die Deutsche immer wieder trainiert.

Wegen einer nicht näher definierten Bauchverletzung hatte Lisicki nach ihrer Auftakt-Niederlage in Montreal die Hartplatz-Turniere in Cincinnati und Dallas absagen müssen. Das Tournament in der texanischen Ölmetropole hatte die Weltranglisten-23. im vergangenen Jahr gewonnen.

Lisicki mag New York, dabei war Flushing Meadows eigentlich von jeher kein gutes Pflaster für sie. 2009 musste die Rechtshänderin in einem Rollstuhl vom Platz geschoben werden, nachdem sie im Zweitrundenmatch böse umgeknickt war. Einige Experten behaupten, diese Knöchelverletzung sei der Grund für folgende Blessuren gewesen. Und nun der neuerliche Rückschlag.

Am Dienstag greift die deutsche Hoffnungsträgerin Angelique Kerber ins Geschehen ein. Samantha Stosur (Australien) indes hat ihre Mission Titelverteidigung mit einem 6:1, 6:1 gegen Petra Martic (Kroatien) schon begonnen.

Bereits am ersten Tag war auch wieder die alljährliche Dach-Diskussion entfacht. Nur wenige Stunden nach Beginn der Auftaktmatches mussten die Spiele wegen heftiger Regenfälle unterbrochen werden. Schon seit Jahren stehen die Turnierverantwortlichen heftig in der Kritik, da das mit einer Kapazität von 23.733 Zuschauern größte Tennisstadion der Welt kein Dach besitzt.

In den vergangenen vier Jahren musste das Männer-Finale wegen der wetterbedingten Verschiebungen („Washouts“) und der fehlenden Überdachung jeweils am Montag statt wie vorgesehen am Sonntag ausgetragen werden. „Jetzt geht das schon wieder los. Ich bin auch nicht optimistisch, dass wir hier bald ein Dach haben werden“, sagte Ikone John McEnroe. Während es bei den Australian Open und in Wimbledon inzwischen Dachkonstruktionen gibt und die French Open bald aufrüsten, tut sich im Big Apple nichts.

SID ul ps

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