US Open: Görges in Runde 3 - Petkovic beißt sich durch

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Julia Görges hat als erste der deutschen Teilnehmer die dritte Runde bei den US Open erreicht.

New York - Das Knie schmerzte, doch Andrea Petkovic zeigte zum Auftakt der US Open ihre Kämpferqualitäten. Während Florian Mayer ein souveränes Eiltempo vorlegte, erreichen Julias Görges und Sabine Lisicki die dritte Runde.

Andrea Petkovic ist ein echtes Improvisationstalent. Mit ihrem Meniskusanriss im rechten Knie stand sie während ihrer Erstrundenpartie bei den US Open auf wackeligen und vor allem schmerzenden Beinen. Auf ihr Siegertänzchen allerdings, das inzwischen als “Petko-Dance“ berühmt geworden ist, wollte die 23 Jahre alte Darmstädterin keinesfalls verzichten. Und so vollführte Petkovic, ganz im Stile eines Breakdancers und zur Freude der johlenden Zuschauer auf Court 13, sogenannte Armwellen. “Der Petko-Dance ist ohne Beine - als hätte ich's geahnt“, witzelte sie nach ihrem souveränen 6:2, 6:2-Sieg über die russische Qualifikantin Jekaterina Bytschkowa.

Julia Görges zog am Mittwoch als erste deutsche Spielerin schon in die dritte Runde ein. Die an Nummer 19 gesetzte Bad Oldesloerin gewann mit 6:3, 6:1 gegen die Spanierin Laura Pous-Tio. Im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale des Grand-Slam-Turniers in New York trifft die 22 Jahre alte Fed-Cup-Spielerin nun auf Shuai Peng. Es ist das erste Duell zwischen Görges und der 25 Jahre alten Chinesin.

Venus Williams hat am Mittwoch ihr Zweitrundenspiel bei den US Open gegen Sabine Lisicki abgesagt. Damit rückt die Berlinerin kampflos in Runde drei des Turniers in New York vor. Der Grund für die Absage war zunächst nicht bekannt. Lisicki trifft in der nächsten Runde entweder auf die Slowakin Dominika Cibulkova oder die Amerikanerin Irina Falconi.

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FotoAls sie vor drei Wochen den neuen Tanz erfand, konnte Petkovic nicht ahnen, dass sie sich kurz vor Beginn des letzten Grand Slams der Saison so schwer verletzen würde, dass sie fast nicht antreten konnte. “Ich hatte nicht erwartet, überhaupt spielen zu können“, erklärte Petkovic, “deshalb ist die zweite Runde für mich jetzt schon ein großer Erfolg.“ Nur mit Schmerztablette und Tapeverband stand Petkovic die Partie durch, wobei ihr zugutekam, dass die Nummer 216 der Welt keine unüberwindliche Hürde darstellte. “Ich bin nicht bei 100 Prozent, aber inzwischen kann ich solche Matches auch mit meiner Einstellung gewinnen“, sagte Petkovic.

Die Weltranglistenelfte biss sich durch, ertrug die Schmerzen, die ihr Knie bei jedem langen Schritt in die Feldecken verursachte. Tag und Nacht habe sie mit ihrer Physiotherapeutin alles versucht, um in New York antreten zu können. Wobei sie genauso viele Expertenmeinungen fand, die ihr sagten, so würde sie die Verletzung verschlimmern wie solche, die kein Risiko sahen.

“Die Entscheidung liegt bei mir, aber wenn das Knie im Match dick werden sollte, höre ich auf“, stellte sie klar. Doch freiwillig will sie nicht das Handtuch werfen. Immerhin hatte sie mit ihren Viertelfinal-Teilnahmen bei den Australian Open und den French Open bewiesen, dass sie in der Weltspitze der Damentour angekommen ist.

Petkovic will mehr, vor allem sich für das Saisonfinale in Istanbul qualifizieren. Momentan liegt sie mit Rang neun im Champions Race knapp außerhalb der Wertung. Darum schiebt sie die nötige Arthroskopie auch auf, bis sie den Platz sicher hat. Und darum beißt sie sich in Flushing Meadows weiter durch. Gegen die starke Chinesin Zheng Jie könnte der Wille allein aber schon nicht mehr ausreichen. “Ich werde alles versuchen, um so fit wie möglich zu sein“, sagte Petkovic, “mein Ziel ist es, überhaupt zu spielen“.

Mit dieser Einstellung war auch die Weltranglisten-99. Mona Barthel ans Werk gegangen bei ihrem zweiten Grand Slam. Der 21-Jährigen aus Bad Segeberg gelang beim 6:3, 6:4 eine Überraschung gegen die an Nummer 32 gesetzte Spanierin Maria Jose Martinez Sanchez und trifft nun auf die Südafrikanerin Chanelle Scheepers.

Auch Florian Mayer ging zufrieden und vor allem in nur 1:16 Stunden extrem schnell wieder vom Platz. Der bestplatzierte deutsche Profi demontierte den Franzosen Adrian Mannarino mit 6:2, 6:0, 6:0. Mit dem Monegassen Jean-Rene Lisnard hat der 26. der Setzliste nun eine dankbare Aufgabe vor der Brust.

“Ich habe in diesem Jahr schon bei zwei Grand Slams vermeintlich schwache Gegner in Runde zwei gehabt und dann was auf den Deckel bekommen, für mich ist die nächste Runde eine Prüfung“, sagte Mayer.

dpa

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