Olympia in Deutschland: Funktionäre sagen "Ja!"

München - Olympische Spiele in Deutschland sind eine faszinierende Idee. Viele nationale Spitzenfunktionäre würden nach der Bewerbung von München für 2018 eine erneute Kandidatur befürworten.

Die Chance auf eine erfolgreiche Bewerbung für Olympische Spiele sind gestiegen und viele Präsidenten der deutschen Spitzensportverbände sind für eine neue Kandidatur. „Ich würde das schon befürworten. Es würde uns gut zu Gesicht stehen, wenn man eine Bewerbung macht“, sagte Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes, laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Deutschland muss sich grundsätzlich um Olympische Spiele bewerben, egal ob Winter oder Sommer“, meinte Michael Müller, Sportdirektor des Deutschen Boxsportverbandes. Das ist der Größe und Bedeutung unseres Landes angemessen.“

„Nach 1972 in München muss Deutschland sich als Sportnation und offene Kulturnation der Welt wieder präsentieren“, erklärte Leichtathletik-Präsident Clemens Prokop. Fechter-Kollege Gordon Rapp befürwortet „uneingeschränkt eine neue Olympia-Bewerbung“. Eine Sportnation wie Deutschland müsse immer wieder versuchen, „die zentralen Veranstaltungen im Sport“ selbst auszurichten. Für Peter Frese, Präsident des Deutschen Judo-Bundes wäre die Ausrichtung der Spiele „für den gesamten deutschen Sport eine hervorragende Sache“.

Ähnlich sieht es auch Ruder-Chef Siegfried Kaidel. „Das setzt große Kräfte frei und hat nachhaltig über Jahrzehnte großen Einfluss auf die Sportarten über die eigentlichen Spiele hinaus“, sagte er. „Wir profitieren in München seit genau 40 Jahren von der herausragenden Infrastruktur.“ Der Präsident des Deutschen Badminton Verbandes, Karl-Heinz Kerst, gehört ebenso zu den Befürwortern: „So etwas rechnet sich für eine Stadt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch vom gesamten Besucherzuspruch und dem Image.“

Schwimm-Verbandschefin Christa Thiel sagt auch Ja mit Einschränkung zu einer Kandidatur. „Auf jeden Fall, aber zur richtigen Zeit. Ein Parameter ist jetzt positiv, aber nicht allein ausschlaggebend“, sagte die Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Gemeint ist damit der Verzicht der USA auf eine Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022, wodurch Münchens Chancen bei einem zweiten Anlauf nach 2018 sehr aussichtsreich wären.

„Die Winterspiele gehen nur in München, Sommerspiele könnte man meiner Meinung nach nur in Berlin machen“, sagte Moltke. Für Judo-Mann Frese kommen auch nur diese beiden Städte infrage: „Wir haben ja eigentlich nur Berlin als richtig große Stadt.“ Der Badminton-Vorsitzende empfiehlt Hamburg als Kandidaten. „Eine Kandidatur für Sommerspiele ist eine andere Geschichte“, so Thiel. Für ihre Sommersport-Mitstreiter wäre es insgeheim aber eine schönere Geschichte. Nicht nur Tennis-Präsident Karl-Georg Altenburg würde sich „ganz besonders darüber freuen“, wenn im Sommer olympische Medaillenkämpfe in Deutschland ausgetragen würden.

„Völlig unstrittig“ ist auch für den Turn-Verbandspräsidenten Rainer Brechtken, dass es Deutschland noch mal versuchen soll. Er verweist aber auf einen DOSB-Beschluss, in dem die Wiederaufnahme des Themas Ende des Jahres vorgesehen sei. „Ich sehe nicht, wo sich in den zurückliegenden Monaten nach Scheitern der Bewerbung Münchens neue Gesichtspunkte ergeben hätten“, meinte Brechtken.

Auch DOSB-Generaldirektor Michael Vesper sieht keinen Zugzwang, die Entscheidung über eine neue Bewerbung über das Knie zu brechen. „Es bringt doch nichts, Hurra zu schreien und dann unterzugehen“, sagte er der dpa. „Wenn wir uns bewerben, wollen wir auch gewinnen.“ Im September 2013 entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) über die Vergabe der Sommerspiele 2020. Diese möchte der DOSB gerne abwarten, da auch Madrid Kandidat ist. „Zwischen der Entscheidung des IOC und dem Ende der Bewerbungsfrist für die Olympia-Kandidatur im Winter 2013 haben wir genügend Zeit, unser Interesse zu bekunden“, versicherte Vesper.

dpa

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